Geflüchtete aus der Ukraine haben oft mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen

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Geflüchtete am Berliner Hauptbahnhof (AFP/Odd ANDERSEN) (Odd ANDERSEN)

Viele der Geflüchteten aus der Ukraine haben nach Einschätzung von Experten mit schweren psychischen Erkrankungen zu kämpfen. Etwa ein Drittel der ukrainischen Geflüchteten werde Depressionen, Angststörungen oder posttraumatische Belastungsstörung entwickeln, sagte der Geschäftsführer der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF), Lukas Welz, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

"Werden diese Leiden nicht durch Beratung, Begleitung und Therapie adressiert, können sie sich chronifizieren und zu einer jahrzehntelangen oder auch lebenslangen gesundheitlichen Belastung führen", sagte Welz. "Auch die Gefahr der Selbsttötung kann eine Konsequenz nicht bearbeiteter schwerer Traumata sein."

Welz appellierte an Bund und Länder, eine schnelle und ausreichende Finanzierung der psychosozialen Versorgung für geflüchtete Menschen mit Folter- und Kriegserfahrungen zu ermöglichen. Schon vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sei die Betreuung von hilfebedürftigen Geflüchteten in Deutschland kritisch gewesen.

"Gesundheit ist ein Menschenrecht", sagte Welz weiter. "Allerdings wird ein Großteil der Menschen, die in Deutschland vor Folter, Krieg und Verfolgung Schutz suchen, mit ihren traumatisierenden Erfahrungen allein gelassen." Es gebe zu wenig Therapieplätze und lange Wartelisten.

Die Bundespolizei hat bis Freitagvormittag insgesamt 369.381 Flüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland festgestellt, wie das Bundesinnenministeriums am Freitag auf Twitter mitteilte. Überwiegend handele es sich um Frauen, Kinder und alte Menschen.

jp/mt

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