Gefechte zwischen türkischen Soldaten und Dschihadisten an syrischer Grenze

Die türkische Armee hat sich an der Grenze zu Syrien Gefechte mit Dschihadisten geliefert. Wie Augenzeugen und Aktivisten berichteten, attackierten Kämpfer des dschihadistischen Rebellenbündnisses Hajat Tahrir al-Scham am Sonntag türkische Truppen

Die türkische Armee hat sich an der Grenze zu Syrien Gefechte mit Dschihadisten geliefert. Wie Augenzeugen und Aktivisten berichteten, attackierten Kämpfer des Dschihadistenbündnisses Hajat Tahrir al-Scham (HTS) am Sonntagmorgen türkische Truppen, die Teile einer Grenzmauer zwischen der Türkei und der syrischen Provinz Idlib abbauten. Die türkischen Soldaten hätten das Feuer erwidert und die Gegend auch mit Granaten beschossen, sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur AFP.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von "heftigen Schusswechseln" an der Grenze. Nach Einschätzung der Beobachtungsstelle, die sich auf Informanten in Syrien stützt, handelt es sich aber noch nicht um den Beginn einer vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan angekündigten Offensive.

Erdogan hatte am Samstag den Beginn einer Offensive gegen die HTS-Rebellen in Idlib verkündet. Seinen Angaben zufolge wird die Offensive zunächst von Kämpfern der Freien Syrischen Armee (FSA) geführt. Türkische Truppen seien noch nicht in Idlib, sagte Erdogan.

Seit Wochen gibt es Gerüchte über eine bevorstehende Offensive in Idlib. Die Provinz im Nordwesten Syriens liegt direkt an Grenze zur Türkei und wird in weiten Teilen von den HTS-Rebellen kontrolliert. Dominiert wird das Bündnis von der Fateh-al-Scham-Front, die aus dem syrischen Al-Kaida-Ableger Al-Nusra-Front hervorgegangen ist.

In der Region wurde kürzlich eine sogenannte Deeskalationszone ausgerufen, in der eine Waffenruhe zwischen Rebellen und Regierungstruppen gelten soll. Dschihadistengruppen sind von der Vereinbarung aber ausgenommen.