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457 Kriegstag: Gefangenenaustausch und Stationierung russischer Atomwaffen in Belarus

Bei einen weiteren großen Gefangenenaustausch sollen 106 ukrainische Militärangehörige von Russland freigelassen worden sein. Die Soldaten, darunter acht Offiziere, hatten im Gebiet der inzwischen fast völlig zerstörten Stadt Bachmut im Osten der Ukraine gekämpft.

Selenskyj: Mehr russische Kriegsgefangene für Austausch nehmen

Viele der zurückgekehrten Militärs hätten zuvor als vermisst gegolten. Selenskyj machte keine Angaben dazu, wie viele Russen bei dem Austausch am Donnerstag übergeben wurden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief seine Truppen auf, mehr russische Soldaten gefangen zu nehmen.

"Jeder an der Front sollte daran denken: Je mehr russische Kriegsgefangene wir nehmen, desto mehr unserer Leute werden zurückkehren", so Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache am Donnerstag.

Selenskyj machte keine Angaben dazu, wie viele Russen bei dem Austausch übergeben worden seien. Moskau behauptet seit dem Wochenende, Bachmut erobert zu haben. Kiew bestreitet dies.

Der Chef der russischen Privatarmee Wagner, Jewgeni Prigoschin, veröffentlichte ebenfalls ein Video von dem Gefangenenaustausch.

Er gab an auch die Leichen von einem in Bachmut getöteten US-amerikanischen und zwei türkischen Staatsbürgern übergeben zu haben. Auf dem von ihm geposteten Video ist er neben zwei Holzsärgen zu sehen, von denen einer mit einer amerikanischen Flagge und der andere mit einer türkischen Flagge behängt ist.

Lukaschenko: Stationierung russischer Atomwaffen in Belarus begonnen

Unterdessen hat Russland nach Angaben des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko mit der Stationierung taktischer Atomwaffen in dem verbündeten Nachbarland begonnen.

Auch die Zahl der Waffen und Orte der Lagerung seien festgelegt worden, sagte Lukaschenko am Donnerstag in Moskau nach einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin. Mehr Details nannte Lukaschenko nicht.

Damit erhält Belarus nach der freiwilligen Abgabe seiner Atomwaffen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nun erstmals seit den 1990ern Jahren wieder nukleare Raketen.

Zuvor hatte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu in Minsk bei einer Vertragsunterzeichnung betont, Moskau habe die alleinige Kontrolle und Entscheidung über den Einsatz der Atomwaffen.

Putin hatte die Stationierung auch damit begründet, dass die USA seit Jahren Atomwaffen in Deutschland und anderen europäischen Staaten bereithielten.