„Gefahr für die Wirtschaft“: ifo-Präsident warnt vor Neuwahlen

Christoph Damm
Celems Fuest Ifo

Das Wahlergebnis spricht eine deutliche Sprache — die Große Koalition wurde abgewählt. So sieht es auch die SPD und hat kurz nach der ersten Prognose am Sonntag Abend angekündigt, dass sie die Opposition anführen will. Somit bleibt nur ein Jamaika Bündnis als Möglichkeit für die Regierungs-Bildung.

Doch sollten sich Union, FDP und Grüne nicht einigen und keine gemeinsamen Nenner finden, dann könnten sogar Neuwahlen drohen. Allerdings hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits deutlich gemacht, dass jede Spekulation über Neuwahlen eine Missachtung des Wählervotums sei. Sie sagt: „Wenn der Wähler uns einen Auftrag gibt, dann haben wir den umzusetzen.“

Neuwahlen wären Schock für Wirtschaft

Also auch dann, wenn die Verhandlungen zwischen CDU, CSU, FDP und Grüne schwer werden könnten — Neuwahlen erscheinen für die Kanzlerin, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, keine Lösung. Auch die Wirtschaft möchte den erneuten Gang an die Wahlurnen vermeiden, das sagt Clemens Fuest, Leiter des ifo-Instituts gegenüber „Spiegel Online“.

Sollten die Koalitionsgespräche keine Einigung bringen, wäre das ein Schock für die Wirtschaft. Allein schon, wenn sich die Verhandlungen zur Regierungsbildung lange hinziehen, könnten Unternehmen unruhig werden. „Für die Konjunktur wäre Unsicherheit in größerem Umfang schädlich, etwa durch Koalitionsverhandlungen, die sich so lange hinziehen, dass Neuwahlen als möglich oder sogar wahrscheinlich erscheinen“, fasst Fuest zusammen.

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