Gefahr aus dem All: Chinesisches Raumlabor stürzt unkontrolliert zur Erde

Tiangong 1 bereitet Sorgen. (Bild: AP Photo)

Das chinesische Raumlabor Tiangong 1 wird vermutlich in wenigen Wochen unkontrolliert auf die Erde stürzen. Niemand weiß, wo die Trümmer einschlagen werden. In der Vergangenheit hatte die Menschheit bei ähnlichen Vorgängen aber Glück.

Der Name ist grandios, das Ende könnte katastrophal ausfallen. Das chinesische Raumlabor Tiangong 1 („Himmelspalast“) ist außer Kontrolle und stürzt bald zur Erde. Experten rechnen damit, dass die 8,5 Tonnen schwere Station zwischen März und April den Sinkflug antreten wird. Die chinesische Raumfahrtbehörde ist bereits seit 2016 nicht mehr in der Lage, die Umlaufbahn des Labors zu steuern.

Die große Frage lautet nun: Wo werden die Trümmerteile niedergehen? Leider kann das bislang nicht verlässlich kalkuliert werden. Die Fachseite „Space.com“ hatte im vergangenen Herbst berichtet, dass der Eintrittsbereich lediglich auf den Bereich zwischen dem 43. nördlichen und 43. südlichen Breitengrad eingegrenzt werden kann. Das ist leider keine große Hilfe. Denn dieses Gebiet reicht von Südeuropa bis an die Südspitze von Südamerika und Australien.

Tiangong 1 diente als Prototyp einer chinesischen Raumstation. (Bild: AP Photo)

Ein Großteil des Labors wird zwar beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen. Größere Teile, wie beispielsweise der Treibstofftank, werden es aber bis auf die Erdoberfläche schaffen. Bleibt zu hoffen, dass sie ins Meer und nicht etwa auf Wohngebiete stürzen werden. Bislang hatte die Menschheit bei der Kollision mit Raumfahrtschrott Glück.

Die USA wollten 1979 ihr Labor Skylab eigentlich kontrolliert über Südafrika niedergehen lassen. Es stürzte dann aber über Australien ab. 1991 fielen Teile der sowjetischen Raumstation Saljut 7 auf Argentinien.

Tiangong 1 umkreist seit 2011 die Erde. 2016 wurde der Nachfolger Tiangong 2 in die Umlaufbahn geschossen. Die Labore dienen als Vorbereitung für den Bau einer chinesischen Raumstation.

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