Gefährliches Schnäppchen: Media Markt verklagt

Gefährliches Schnäppchen: Media Markt verklagt

Nicht jedes Schnäppchen ist ein gutes Geschäft – in diesem Fall weder für Käufer noch Verkäufer. Ein Kölner Media Markt wird verklagt, weil er ein Smartphone mit schweren Sicherheitslücken verkauft, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Wer ein billiges Smartphone kauft, der weiß: Er gibt zwar weniger aus, bekommt aber auch weniger Qualität. Welche Abstriche das sind, kann er im Datenblatt ablesen. Das Angebot eines Media Markts in Köln bekamen Verbraucher allerdings ein unsichtbares Defizit inklusive. Das Geschäft verkaufte für 99 Euro ein Cynus T6 der Marke Mobistel. Das Problem: Das Smartphone ist mit einem alten Betriebssystem (Android 4.4 Kitkat) ausgestattet.

Laut der Analyse von IT-Sicherheitsexperten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat das Cynus T6 schon beim Verkauf 15 "nicht mehr behebbare Sicherheitslücken". Geht es nach der Verbraucherzentrale NRW, hätte der Media Markt seinen Kunden diese "wesentliche Information" mitteilen müssen.

Anbieter unternimmt nichts

Android Kitkat wurde 2013 eingeführt und ist mittlerweile um Jahre überholt. Mobistel weiß über die Probleme seit September 2016 Bescheid, so das BSI. Das Unternehmen hätte aber nie auf die Nachricht vom Bundesamt reagiert, ein Sicherheitsupdate ausgerollt oder Verbrauchern die Möglichkeit gegeben, ein neues Betriebssystem aufzuspielen. Dem BSI zufolge fällt eine Sicherheitslücke in die "höchste Bedrohungskategorie". Hacker könnten das System komplett in ihren Besitz bringen.

Die Klage, die am Landgericht Köln eingereicht wurde, befindet sich noch in einem frühen Stadium und hätte sich auch gegen Mobistel oder Android-Entwickler Google richten können. Die Verbraucherschützer gehen zunächst aber gegen den betroffenen Media Markt vor, da der Elektronik-Fachhandel der "unmittelbare Vertragspartner" des Verbrauchers ist und in der Pflicht sei, über das Problem zu informieren. "Es kann nicht sein, dass ich ein neuwertiges Gerät in einem Markt kaufe, das mit Sicherheitslücken behaftet ist, die auch im Nachhinein, wenn ich es in Betrieb nehme, nicht geschlossen werden und ich das nicht weiß", ärgert sich Christine Steffen, Expertin der Verbraucherzentrale, in der "Süddeutschen".

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