Gefängnisstrafe von israelischem Soldaten Asaria erneut verkürzt

Asaria (M.) bei einer Anhörung im Juli 2017

In Israel ist die Haftstrafe des wegen der Tötung eines schwer verletzten Palästinensers verurteilten Soldaten Elor Asaria erneut verkürzt worden. Ein Militärgremium senkte die Gefängnisstrafe am Montag um ein Drittel, wie die Armee mitteilte. Asaria soll nun am 10. Mai freigelassen werden - nach neun Monaten in Haft.

Ein Militärgericht hatte Asaria im vergangenen Jahr zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Soldat musste seine Haftstrafe am 9. August antreten, sie wurde dann aber von Generalstabschef Gadi Eisenkot um vier Monate verkürzt.

Der Soldat hatte im März 2016 im besetzten Westjordanland einen bereits wehrlos am Boden liegenden Palästinenser getötet. Dieser hatte zuvor mit einem Komplizen einen israelischen Soldaten mit einem Messer angegriffen und leicht verletzt. Nachdem andere Soldaten auf ihn geschossen hatten, lag er blutend auf der Straße, als ihn der Militärsanitäter Asaria mit einem Kopfschuss tötete.

Asarias Fall schlug in Israel hohe Wellen und spaltete die Öffentlichkeit tief - auch, weil der Soldat während der Schüsse gefilmt worden war. In rechten Kreisen wird der Soldat wie ein Held gefeiert, während Menschenrechtsorganisationen ihm eine "Hinrichtung" vorwerfen. Politiker, unter ihnen Regierungschef Benjamin Netanjahu, forderten eine Begnadigung, was Präsident Reuven Rivlin aber im November ablehnte.