Gefährliche Taktik: Löw lässt spielen wie ein Chamäleon

Das häufige Ändern der Strategie von Löw ging in Tschechien nicht auf, ist in Hinblick auf die WM 2018 aber wohl der richtige Weg.

Julian Brandt ist ein schlauer Junge. Wenige Fußballprofis in seinem Alter können nach einer Partie so geschmeidig parlieren wie der 21 Jahre alte Flügelstürmer aus Leverkusen. Warum ein Spiel gut gelaufen ist, weiß Brandt zu berichten. Woran es haperte, wenn nicht. Und manchmal ist der Nationalspieler auch so klug und hält den Mund.

Er habe auf dem Feld schon gemerkt, dass die Sache in die Hose gehen würde, sagte Brandt nach dem glücklichen 2:1 der deutschen Nationalelf gegen Tschechien, das die WM-Teilnahme fast schon sicherte. Ob man dann nicht das System ändern müsse, wurde er gefragt. Kurzes Herumdrucksen, um Zeit zu gewinnen. Dann sagte Brandt: "Wir haben es beibehalten, und zumindest das Ergebnis gibt uns recht." Wäre ja beim Bundestrainer vielleicht auch nicht so gut angekommen, wenn so ein Emporkömmling ihm erzählt, wie er seinen Job zu machen habe.

Aber ein gewisses Unbehagen mit der Umsetzung der ungewöhnlich offensiven Aufstellung war doch irgendwie bei allen Beteiligten zu spüren. Joachim Löw hatte in einer Art 3-1-4-2-System agieren lassen, das situativ zwar eine Fünferkette in der Defensive vorsah, aber vor allem auf Angriff getrimmt war: Mit Toni Kroos gab es nur einen Sechser, der sich jedoch als Zehner fühlt, mit Thomas Müller und Mesut Özil zwei echte Zehner davor. Und dann waren da noch die beiden Außenverteidiger, die aber eigentlich Außenstürmer darstellten – Jonas Hector und eben Brandt. "Wir wollten mit all den offensiven Spielern Räume aufreißen", erklä...

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