Geely–Aktie: Wie weit kann es noch gehen?

Jochen Kauper
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Geely bekommt Upgrade von Daiwa – Aktie bleibt aussichtsreich

Die Aktie von Geely hat in den letzten Monaten die Konkurrenz deutlich hinter sich gelassen. In den letzten 52 Wochen ging es um 253 Prozent nach oben. BYD machte 40 Prozent plus, Tesla 51 Prozent.
Vor allen in den letzten Wochen legte Geely noch einmal einen Gang zu. Grund für den Hype ist das von der chinesischen Regierung geplante Verbot für Verbrennungsmotoren ab dem Jahr 2030. Hinzu kommt: Geelys Geschäfte laufen hervorragend. Der Vorstand hat die Prognose für 2017 angehoben, bis 2019 will er den Absatz auf knapp zwei Millionen Autos verdoppeln.

Kursziel verdoppelt
Morgan Stanley reagierte und schraubte das Kursziel von 15 HongKong-Dollar auf 30 HongKong-Dollar nach oben, was umgerechnet knapp 3,26 Euro entspricht.
Die Analysten gehen aber noch einen Schritt weiter. Für 2019 sehen sie derzeit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,7. Allen voran stellen sie die starke Produktpipeline in der Vordergrund.
Der Umsatz soll 2017 um 64 Prozent klettern. 2018 wird ein Wachstum von 54 Prozent in Aussicht gestellt.

Lynk & Co – spannende Marke
Mit Lynk & Co hat Geely ein Ass im Ärmel. Das Team von Li Shu Fu will mit den SUVs das schaffen, was bislang noch keinem chinesischen Autobauer gelungen ist: Der Konzern will in den USA und in Europa Autos auf den Markt bringen, die sich hinter den deutschen Herstellern und jenen aus den USA nicht verstecken müssen. Mit Lynk & Co will Geely die junge, technikaffine Autokundschaft ansprechen. Entwickelt wurde der stylischen Kompaktwagen auf einer von Geely und Volvo gemeinsam aufgebauten Plattform. Kurzum: Die Sicherheitstechnik und die Assistenzsysteme sind auf Volvo-Niveau, was einerseits die chinesischen Kunden überzeugen und den Kritikern in Europa und den USA den Wind aus den Segeln nehmen wird.

Ende 2017 soll Lynk in China auf den Markt kommen, Anfang 2018 landet er dann auch auf den europäischen Märkten. 2019 will Geely mit Lynk & Co die USA aufmischen. Die Autos sollen ein Smartphone auf vier Rädern sein, versichert Vertriebschef Visser. Zudem will Lynk seine Autos online verkaufen – in Innenstadtgeschäften, wie es auch der Elektroauto-Hersteller Tesla tut. Klingt gut, ist gut – weitsichtig gedacht und passt in die heutige Zeit.


Geely-Aktie bleibt interessant

DER AKTIONÄR hat in Ausgabe 10/2017 auf die spannende Ausgangslage bei Geely hingewiesen. Seitdem ist die Aktie von 1,40 Euro auf 2,90 Euro geklettert. Die Aussichten bleiben spannend, die Aktie könnte bald die 3,00 Euro-Marke knacken und Kurs auf das neue Kursziel von 3,50 Euro nehmen.
Dennoch: Der Anstieg in den letzten Wochen war enorm. In diese Fahnenstange hinein sollte man nicht unbedingt kaufen. Erst bei einer Korrektur könnten interessierte Anleger eine Position wagen. Das nächste Etappenziel lautet dann 3,50 Euro.
Das sollte dann auch noch nicht das Ende des Anstiegs sein. Der chinesische Automarkt ist der Trendsetter für die nächste Jahre oder gar Jahrzehnte. Aktuell kommt Geely auf einen Börsenwert von 24 Milliarden Euro. Was spricht dagegen, dass sich dieser in den nächsten Jahren noch einmal verdoppelt?