Weshalb sich Geduld mit der Alphabet-Tochter Waymo am Ende auszahlt

Florian Hainzl, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Das Geschehen an der Börse wird von vielen Marktteilnehmern bestimmt, denen die wichtige Tugend Geduld fehlt. Warren Buffett sprach bei der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) davon, dass der „Impuls zu zocken noch nie so groß war wie heute“. Er kritisierte in diesem Zusammenhang die App Robinhood als signifikanten Teil des Casinos und das kurzfristige Handeln mit Aktienoptionen. Es ist kein Wunder, dass diese Akteure auch stärker durch spektakuläre, kurzfristige und möglicherweise unrealistische Wachstumsfantasien angesprochen werden.

Sehr gut lässt sich das aktuell beim Wettbewerb um das autonome Fahren beobachten. Auch wenn viele andere Firmen zu diesem Thema forschen, stehen doch immer zwei Herausforderer im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. Auf der einen Seite steht Tesla (WKN: A1CX3T) mit seinem Autopilot und in der anderen Ecke steht Alphabet (WKN: A14Y6F) mit seiner Tochter Waymo.

Die unterschiedlichen Herangehensweisen

Während Tesla bereits heute die Technologie in vielen seinen Fahrzeugen anbietet, ist die Entwicklung bei Waymo deutlich langsamer. Allerdings gibt es gegen Tesla ein Urteil des Münchner Landgerichts, dass es nicht mit seinem Autopilot werben darf. Der Name erwecke nämlich fälschlicherweise den Eindruck, dass das Fahrassistenzsystem das Fahrzeug autonom steuern könnte. Laut den Richtern erfüllt das System diesbezügliche Anforderungen nicht. Allerdings ist dieses Urteil noch nicht rechtskräftig und Tesla wirbt weiter mit dem Ausdruck Autopilot.

Tesla versucht seine Sicherheitstechnologien immer weiter zu optimieren, um irgendwann anhand der gesammelten Daten ein autonom fahrendes Fahrzeug zu erhalten. Dabei setzt man auf die Fahrer und günstige Kameratechnik. Waymo geht einen komplett anderen Weg. Die Fahrzeuge sind vollgestopft mit teuren Lidarsensoren und können nur innerhalb einer definierten Zone autonom fahren. Bereits heute bietet Waymo einen autonomen Taxidienst in Phoenix an. Derzeit ist man dabei, mit San Francisco in einer zweiten Stadt mit komplett anderen Gegebenheiten zu testen.

Sicherheit im Mittelpunkt von Waymo

Waymo beweist bei seinem Vorgehen Geduld. Anstatt auf Wachstum um jeden Preis setzt man laut dem Waymo-Produktchef Dan Chu vor allem auf Sicherheit. Das ist wichtig, da die Zahl der Verkehrstoten in den Industrieländern trotz der wachsenden Anzahl an Fahrassistenzsystemen immer weiter steigt. In einer Simulation, die 100 fatale Unfälle im bisherigen Einsatzgebiet in Phoenix rekonstruiert, konnte die Technologie von Waymo 100 % der Unfälle als Initiator vermeiden. Auch in der Rolle des Unfallgegners vermied der autonome Fahrer von Waymo die Zusammenstöße komplett oder konnte diese zumindest abmildern.

Diese Zukunftsvision hört sich für mich sehr verlockend an, auch wenn man sich noch etwas gedulden muss. Dan Chu verspricht aber, „in der zweiten Stadt wird es schneller gehen als in der ersten, in der dritten schneller als in der zweiten“. Ich setze beim autonomen Fahren daher weiterhin auf das Unternehmen.

Der Artikel Weshalb sich Geduld mit der Alphabet-Tochter Waymo am Ende auszahlt ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Florian Hainzl besitzt Aktien von Alphabet und Berkshire Hatahway. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Short March 2023 $130 Call auf Apple, Long March 2023 $120 Call auf Apple, Short June 2021 $240 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short January 2023 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B shares) und Long January 2023 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Motley Fool Deutschland 2021