Gedenken: Was die Presse mit dem Mauerbau zu tun hatte

Die Mauer ist zu diesem Zeitpunkt schon fast zwei Wochen alt – am 28. August 1961 versuchen Berliner, nach drüben zu blicken

Eine spektakuläre Pressekonferenz stand am Anfang – und eine am Ende der Berliner Mauer. Am 15. Juni 1961 verplapperte sich Walter Ulbricht. Die Journalistin Annamarie Doherr von der "Frankfurter Rundschau" brachte ihn dazu. Sie fragte Ulbricht auf der Pressekonferenz, ob er daran denke, die Staatsgrenze der DDR am Brandenburger Tor zu ziehen. Und wenn ja, "sind Sie entschlossen, dieser Tatsache mit allen Konsequenzen Rechnung zu tragen?" Die Journalistin hatte das staatsrechtlich gemeint.

Ulbricht dachte schon viel gröber, er dachte dabei an Beton – er verriet sich mit seiner berühmt gewordenen Antwort, deren Tragweite die Welt allerdings erst einen Monat später begreifen würde: "Ich verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? Mir ist nicht bekannt, dass solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen und ihre Arbeitskraft voll ausgenutzt, äh, eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." Besonders der letzte – von Ulbricht mit seiner Fistelstimme gesprochene Satz – klingt vielen Deutschen bis heute schrill im Ohr.

"... ist das sofort, unverzüglich"

So kam die Mauer in die Welt. Und als sie aus ihr verschwand, ging dem wieder eine berühmt gewordene Pressekonferenz voraus. Es war der Abend des 9. November 1989. Der erst wenige Tage zuvor eingesetzte Ost-Berliner Sekretä...

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