Gedenken an die Opfer des schweren Erdbebens in Mittelitalien vor einem Jahr

Amatrice liegt immer noch in Trümmern

Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben in Mittelitalien haben die Bewohner von Amatrice und anderer betroffener Orte der Opfer gedacht. In dem damals am schwersten zerstörten Ort Amatrice läutete um 03.36 Uhr, dem Zeitpunkt des Bebens vom 24. August 2016, eine Glocke 249 Mal für die 249 Todesopfer in Amatrice und der Nachbargemeinde Accumoli.

Später wurde in einer zweistündigen Zeremonie der Opfer gedacht, indem deren Namen verlesen und Begebenheiten aus dem Leben der Opfer erzählt wurden. Die Vorträge wurden wiederholt von Applaus unterbrochen.

Im Anschluss starteten die Trauernden vom Fußballfeld des Ortes, wo am 30. August 2016 die Trauerfeier für die Toten stattgefunden hatte, mit Fackeln zu einem stillen Marsch durch den Ort, in dem immer noch viele Häuser in Trümmern liegen. Amatrices Bürgermeister Sergio Pirozzi weihte ein Denkmal für die Erdbebenopfer ein. Auch in den Nachbarorten, darunter Accumoli und Arquata del Tronto, standen Trauerfeiern für die übrigen Todesopfer des Bebens auf dem Programm.

Bei dem Beben der Stärke 6,0 waren insgesamt 299 Menschen ums Leben gekommen. Auch danach kam die Region nicht zur Ruhe: Am 26. und 30. Oktober sowie am 18. Januar ereigneten sich dort weitere schwere Erdbeben. Dabei wurden dutzende Menschen verletzt, es entstand erneut großer Sachschaden.

Große Teile von Amatrice und den Nachbarorten liegen auch ein Jahr nach dem Beben noch in Trümmern. Bislang wurden weniger als zehn Prozent der rund 4000 Tonnen Schutt in den 140 betroffenen Orten weggeräumt. Auch der Aufbau der Notunterkünfte kommt nur langsam voran. Von den 3830 für die Region georderten Unterkünften wurden erst 456 ausgeliefert. Es wird nicht erwartet, dass der Rest pünktlich vor dem Wintereinbruch in der Bergregion geliefert wird.

In der Region herrscht daher Wut über die Behörden. Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni hatte am Montag hervorgehoben, dass seine Regierung bereits 6,1 Milliarden Euro als Nothilfe bereitgestellt habe. Dies bedeute allerdings "nicht, dass alles mit der notwendigen Schnelligkeit vorangeht", räumte er ein.

Ebenfalls am Montag hatte ein Beben der Stärke 4,0 die italienische Urlaubsinsel Ischia erschüttert. Dabei wurden zwei Menschen getötet und mehrere Gebäude zerstört.