Gedenken in Berlin: Spender ermöglichen neue Stolpersteine in Neukölln

Gedenkstelle am Ort eines entwendeten Stolpersteins

Berlin. Überwältigend sei das Spendenaufkommen für die gestohlenen Stolpersteine, das hat die Anwohnerinitiative Hufeisern gegen Rechts am Dienstag mitgeteilt. Innerhalb von fünf Tagen seien 1245 Euro für die kürzlich in Neukölln entwendeten Stolpersteine eingegangen. Bis zum vergangenen Wochenende hatte sich die Zahl der gestohlenen Steine auf 16 erhöht. Stolpersteine liegen als Mahnmale in Gehwegen und erinnern vor Wohnhäusern an Menschen, die Opfer der NS-Diktatur wurden. Die Täter werden im rechten Milieu vermutet, der Staatsschutz ermittelt.

"Stolpersteine" zur Erinnerung an NS-Opfer in Berlin gestohlen

Das "Bündnis Neukölln" glaubt, dass Mitglieder aus der Neonaziszene für den Diebstahl verantwortlich sein könnten. "Stolpersteine" heißen die ins Pflaster eingelassenen Gedenktafeln. Auf den Messingplatten sind die Namen von Opfern der NS-Zeit ein...

Die Initiative Hufeisern gegen Rechts erklärte, dass der Diebstahl eine "große Welle der Solidarität" ausgelöst habe. Durch die Spenden sei Ersatz für die entwendeten Steine bereits gesichert. Viele Helfer hätten Hinweise mitgesandt, das Geld für bestimme Fälle einzusetzen: So wurden mehrere Spenden für Wienand Kaasch abgegeben und damit begründet, dass für ihn kein Grab existiere. Sein Leichnam wurde von den Nationalsozialisten in einer Müllgrube des Zuchthauses Luckau geworfen, sein Stolperstein gestohlen.

Außerdem wurden weitere 110 Euro für einen neuen Stolperstein gespendet: Dieser soll in Britz für den jüdischen Apotheker Adolf Mockrauer verlegt werden. Vor dessen damaliger Apotheke hatte am 9. November die Veranstaltung der Bürgerinitiative zum Gedenken an die Reichspogromnacht stattgefunden. Mehr als 200 Bürger protestierten zu diesem Anlass auch gegen den Diebstahl der Stol...

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