Geburtstag: Jean-Luc Godard, der ewige Rebell des Kinos, wird 90

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Regeln brechen, Bilder stürmen, Neues wagen: Das ist eigentlich ein Privileg der Jugend, die sich stets selbst erfinden muss und noch nichts zu verlieren hat. Dass man aber noch in hohem Alter ein ewiger Rebell sein kann und gerade dadurch zum Klassiker wird, das hat keiner so unter Beweis gestellt wie Frankreichs Kultregisseur Jean-Luc Godard, der am heutigen Donnerstag 90 Jahre alt wird.

Vor 60 Jahren hat er das Kino auf den Kopf gestellt. Mit seinem Spielfilmdebüt „Außer Atem“. Der Regienovize drehte nicht im Studio, sondern draußen auf der Straße, da, wo das wahre Leben sich abspielte. Er ließ seine Schauspieler Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg nach Kräften improvisieren, drehte den ganzen Film mit einer einfachen Handkamera. Und pfiff dabei auf alle Konventionen.

Von Anfang an pfiff Godard auf Konventionen

Wenn Passanten überrascht in die Kamera blickten, wurde die Szene nicht verworfen, sondern demonstrativ trotzdem verwendet. Seine Schnitte folgten keinerlei Regeln. Mit seinem kongenialen Kameramann Raoul Coutard schreckte Godard auch vor Achsensprüngen nicht zurück, eigentlich ein eklatanter Anschlussfehler.

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Berühmtes Debüt: „Außer Atem“ (1960) mit Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg.<span class="copyright">picture alliance /</span>
Berühmtes Debüt: „Außer Atem“ (1960) mit Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg.picture alliance /

Sie führten sogar den Jump Cut ein, mit dem Figuren plötzlich an ganz anderen Stellen stehen. Wer den Film heute sieht, kann kaum noch verstehen, warum er mal so radikal neu war. Weil sich diese Stilmittel heute in jedem Werbespot finden. Godard aber dürfte so ziemlich der einflussreichste Regisseur der Filmgeschichte sein.

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