Gebrauchtwagenkauf: Wie man trotz des hohen Preisniveaus sparen kann

Auch 2022 dürften die Gebrauchtwagenpreise hoch bleiben.
Auch 2022 dürften die Gebrauchtwagenpreise hoch bleiben.

Auch 2022 setzt sich bei den Gebrauchtwagenpreisen der Aufwärtstrend fort, der potenziellen Käufern schon in den vergangenen zwei Jahren zu Schaffen gemacht hat. Ein Großteil der Modelle auf dem Markt wird laut der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) pro Jahr um fünf bis fünfzehn Prozent teurer. Bei einigen Fahrzeugen schlägt die Preiskurve sogar noch deutlicher nach oben aus.

Die Folgen der Corona-Krise sowie der Halbleitermangel, welcher nahezu die gesamte Autoindustrie lähmt, stellen die Wurzeln des Problems dar. Da es bereits seit 2020 an den bei der Produktion von Neuwagen benötigten Chips mangelt, wurden deutlich weniger Autos neu zugelassen als üblich. Daher mussten einige Autointeressenten auf Gebrauchtfahrzeuge ausweichen, was in einer bisher eher ungewöhnlichen Situation resultierte. Die Nachfrage überstieg das Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt.

Abseits des Mainstreams nach Alternativen suchen

Doch auch wenn das Preisniveau insgesamt ziemlich hoch ist und die allgemeine Inflation weiter dazu beiträgt, gibt es beim Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs noch ein gewisses Sparpotenzial. Vorausgesetzt, man ist bei der Suche nicht allzu wählerisch.

Katja Legner vom ADAC rät preissensiblen Interessenten nämlich, von ihrem jeweiligen Wunschmodell abzurücken. "Je flexibler man bei Farbe, Ausstattung, Motor oder Getriebe ist, desto höher ist die Chance ein günstiges Angebot zu finden", meint die Expertin auf Anfrage von Business Insider. Auch ein Modell- oder Markenwechsel kann den Sucherfolg deutlich erhöhen.

Wenn es einem um einen möglichst niedrigen Anschaffungspreis geht, lohnt es sich oft, sich abseits der üblichen Verdächtigen nach Alternativen umzuschauen. Im beliebten Segment der Kompakt-SUV muss es beispielsweise nicht immer ein VW Tiguan sein. Konkurrenten wie beispielsweise der Peugeot 3008, Hyundai Tucson oder Nissan Qashqai sind ebenfalls kompetente Alltagsbegleiter, zum Teil aber deutlich günstiger. Vor allem ausländische Fabrikate kämpfen in den ersten Jahren mit einem hohen Wertverlust und einer geringeren Nachfrage, was sie als junge Gebrauchte in vielen Fällen günstiger macht.

Auch gebrauchte E-Autos werden gefördert

Das Gros der Elektroautos verliert ebenfalls schneller an Wert. Grund hierfür ist die staatliche Förderung der Stromer. Dank der sogenannten Innovationsprämie, die in der Spitze aktuell bis zu 9.000 Euro beträgt, macht es in einigen Fällen auch aus finanzieller Sicht mehr Sinn, sich trotz der langen Lieferzeiten direkt einen elektrisch angetriebenen Neuwagen zu kaufen.

Wenn man Zugriff auf eine Lademöglichkeit hat und das Fahrerprofil im Einklang mit der gebotenen Reichweite steht, kann man mit gebrauchten E-Autos, wie beispielsweise dem Renault Zoe oder Nissan Leaf ein echtes Schnäppchen machen. Dazu kommt, dass das Bundeswirtschaftsministerium auch den Second Hand-Kauf von E-Autos mit einem Zuschuss aus der Staatskasse fördert. Allerdings nur, wenn das besagte Fahrzeug nach dem 4. November 2019 neuzugelassen wurde.

Reimporte als Alternative zum Gebrauchtkauf

Laut dem ADAC könnten Reimporte eine Alternative zum Gebrauchtwagenkauf sein. Fahrzeuge die für andere Märkte gefertigt wurden, sind oftmals deutlich günstiger als die deutschen Exemplare. Die Neuwagenpreise liegen bei Reimport-Fahrzeugen teilweise sogar unter denen von Jahreswagen. Der Verkehrsclub weißt jedoch darauf hin, dass es hier sehr wichtig ist, auf Unterschiede bei der Sicherheitsausstattung zu achten.

Egal für welches Fahrzeug man sich am Ende entscheidet - Die Devise sollte immer sein, für das ausgegebene Geld immer das beste Exemplar zu ergattern. Deshalb sollte man sich vor dem Kauf darüber vergewissern, dass alle bisherigen Werkstattrechnungen vorliegen und die vom Hersteller angegebenen Inspektionsintervalle eingehalten wurden.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.