GE-Veteran gilt als Kandidat für kopfloses Uber


Wird der General-Electric-Veteran Jeffrey Immelt in Zukunft den Fahrdienst Uber leiten? Verschiedene US-Medien berichten, dass der scheidende GE-Chef ganz oben auf der Kandidatenliste für das Unternehmen aus dem Silicon Valley steht. Die fünf Mitglieder des Auswahlgremiums seien in aktiven Gesprächen mit dem Manager, der Ende des Monats seine Zeit als GE-Vorstandsvorsitzender beendet, heißt es.

Das Thema fahrerloses Fahren hat bei Uber derzeit eine ganz andere Bedeutung: Beim Fahrdienst ist derzeit niemand am Steuer. Der Gründer und Vorstandsvorsitzende Travis Kalanick hatte im Juni seinen Posten auf Druck von Investoren geräumt. Eine ganze Reihe von Skandalen, Sexismus-Vorwürfen, Ärger mit Behörden und Streit mit Fahrern hatten die Investoren überzeugt, dass es besser sei, einen anderen Fahrer für den Dienst zu suchen.

Als Anwärter waren auch mehrere Frauen im Gespräch. Damit könnte man am leichtesten dem Vorwurf des Sexismus entgehen, so die Logik. Zuletzt wurde auch über die Hewlett Packard Enterprise-Chefin Meg Whitman spekuliert, die einst Ebay groß gemacht hat. Die sagte jedoch am Donnerstag Abend per Twitter ab: „Wir haben noch viel Arbeit zu tun bei HPE” schrieb sie dort.


Der Personalchef von Uber hatte am Dienstag seinen Mitarbeitern mitgeteilt, dass sie die Kandidatenliste auf sechs reduziert haben. Uber und GE haben sich zu Immelts Kandidatur bisher nicht geäußert. Der 61-jährige Immelt, der seinen CEO-Posten abgibt, aber bis Ende des Jahres noch Chairman bleibt, wäre einer der erfahrensten Manager, die bisher genannt worden sind. Anders als Whitman bringt er jedoch keine internetspezifische Erfahrung mit.

Anfang September soll der neue Name stehen. Uber könnte eine baldige Entscheidung gut gebrauchen, um wieder Ruhe in das Unternehmen zu bringen. Einige Mitarbeiter haben Uber bereits verlassen. Außerdem wechseln immer mehr Kunden zu dem deutlich kleineren Anbieter Lyft.


Das Unternehmen, das einst als internetbasierter Mitfahrdienst startete, hat sich längst zu einem weltweit präsenten Taxi-Unternehmen gemausert. Die Mehrzahl der Uber-Fahrer fährt heute hauptberuflich, ist aber nicht angestellt. Zuletzt gab es viele Beschwerden von Fahrern, weil sie mit attraktiven Konditionen gelockt wurden, die ihnen Uber aber später wieder gestrichen hat. Kalanick ist zwar nicht mehr CEO. Aber der Gründer bleibt dem Unternehmen im Board erhalten. Er gehört auch dem Ausschuss an, der seinen Nachfolger auswählen soll.