Gazprom & Nord Stream 2: Die Fronten verhärten sich

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
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Beim Thema Nord Stream 2 sind die aktuellen Tage und Wochen überaus entscheidend. Die US-Politik erhöhte zuletzt den Druck auf das EU-Projekt. Diskutiert wurden dabei weitere Sanktionen gegen am Bau beteiligte Unternehmen. Keine Frage: Das könnte zu einer Schicksalsfrage für die Pipeline werden.

Allerdings steht immer noch im Raum, dass die USA enger mit Europa zusammenarbeiten wollen. Auch wenn es augenscheinlich bei Nord Stream 2 keinen Raum für Verhandlungen und ein Ausweichen gibt, so existiert zumindest Hoffnung auf ein faireres Vorgehen. Oder ein diplomatischeres.

Trotzdem scheinen sich die Fronten zuletzt bei diesem Thema zu verhärten. Lass uns im Folgenden daher einen Blick auf aktuelle Nachrichten bezüglich eines Treffens zwischen US-Außenminister Blinken und dem deutschen Außenminister Heiko Maas riskieren. Wobei es eigentlich kaum wesentliche Details zum Verlauf des Gesprächs gibt. Aber sieh lieber selbst.

Nord Stream 2: Nur ein kurzes Gespräch

Wie wir mit Blick auf die aktuelle Nachrichtenlage erkennen können, hat es am Rande eines Nato-Treffens eine kurze Korrespondenz zwischen den beiden politischen Funktionären gegeben. Auch Nord Stream 2 sei dabei ein Thema gewesen, das innerhalb des Kurzmeetings auf den Tisch gekommen ist. Wobei es klare Positionen gegeben habe.

Demnach habe der US-Außenminister erneut die Position der USA unterstrichen, dass man mit Verbündeten und Partnern Nord Stream 2 um jeden Preis verhindern wolle. Beziehungsweise, dass man eine kollektive Sicherheit durch russische Bestrebungen nicht untergraben lassen möchte. Das klingt ein wenig vornehmer, zugegeben.

Dabei hat die US-Politik im Vorfeld erklärt, dass es weitere Sanktionen gegen am Bau beteiligte Unternehmen geben könne. Das ist im Vorfeld ebenfalls bereits kolportiert worden. Die letzten Appelle lauteten schließlich, dass der Bau direkt gestoppt werden müsse. Ansonsten drohten Sanktionen gegen Unternehmen.

Bislang sind deutsche und europäische Unternehmen noch verschont geblieben. Zunächst traf es eher russische Akteure, beispielsweise die Fortuna und die Betreibergesellschaft. Die Gangart könnte jedoch deutlich verschärft werden, wie diese Aussagen unterstreichen.

Was jetzt …?

Hoffnung macht möglicherweise, dass die US-Politik zuletzt betonte, Europa sei der Partner der ersten Wahl. Eine Annäherung könnte daher grundsätzlich erfolgen. Zudem spricht auch Blinken davon, dass man am liebsten mit Partnern und Verbündeten zusammenarbeiten möchte. Bloß, dass es wohl beim Thema Nord Stream 2 kaum einen Konsens geben dürfte.

Dass sich die Fronten verhärten und US-Sanktionen gegen europäische Unternehmen eine Folge sein können, das könnte Sprengstoff besitzen. Möglicherweise nicht nur in den Beziehungen zwischen den USA und Europa. Nein, sondern auch, was den Verfahrensgang beim Thema Nord Stream 2 angeht. In der Vergangenheit haben wir schließlich bereits gesehen, dass die Sanktionen nicht bloß ein Bellen sind. Nein, sondern dass die bloße Ankündigung einige Unternehmen dazu bewegt hat, sich von dem Projekt zu distanzieren.

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