Gazprom & Nord Stream 2: 1 gute, 1 schlechte Nachricht

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 2 Min.

Bei Gazprom (WKN: 903276) und Nord Stream 2 ist der aktuelle Newsflow weiterhin stark. Mal gibt es positive Neuigkeiten, beispielsweise zuletzt bei den politischen Haltungen zur EU-Pipeline. Mal hingegen auch wieder etwas durchwachsenere. Eigentlich ist Letzteres immer der Fall, wenn US-Sanktionen im Spiel gewesen sind.

Auch zum Wochenende hielt der Newsflow an und es gab eine gute sowie eine schlechte Neuigkeit beim Thema Nord Stream 2. Lass uns daher heute einen Blick auf diese Meldungen riskieren. Sowie darauf, wie Foolishe Investoren sie jetzt einordnen sollten.

Nord Stream 2: Die schlechte zuerst!

Zunächst einmal wollen wir einen Blick auf die schlechte Nachricht beim Thema Nord Stream 2 riskieren. Wenn du den Newsflow zuletzt sehr aufmerksam verfolgt hast, wird dir die Ausgangslage mit Sicherheit bekannt vorkommen: Die USA wollen den Bau weiterhin verhindern. US-Präsident Joe Biden ist zuletzt außerdem von Senatoren nahegelegt worden, den Druck auf Beteiligte und das Voranbringen der Sanktionen zu erhöhen.

Das hat vermutlich auch zur aktuellen Meldung vom Wochenende geführt: Demnach wird es wohl weitere Sanktionen geben. Im Fokus dabei stehen einem Bericht zufolge zwei russische Akteure: Nämlich das Schiff Fortuna, das derzeit mit den Verlegearbeiten federführend beschäftigt ist. Sowie der Betreiber und Eigner KVT-RUS.

Ob diese Sanktionen Wirkung entfalten werden? Schwierig zu sagen, aber vermutlich eher nicht. Die Sanktionsausgangslage ist vor der Aufnahme der Bauarbeiten bekannt gewesen, Russland hat sich auf ein Schiff gestützt, das augenscheinlich nicht vor den USA erschrickt. Das zeigt: Womöglich haben die schlechten Nachrichten zunächst keinerlei Auswirkungen auf das Projekt.

Antrag auf sofortige Vollziehung gestellt

Weitere positivere Neuigkeiten gibt es jedoch bei einem anderen Punkt. Demnach hat das Management hinter Nord Stream 2 offenbar einen interessanten Antrag gestellt: Nämlich darauf, dass die Genehmigung, die vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie erteilt worden ist, zur sofortigen Vollziehung freigegeben wird.

Der Antrag sei demnach bereits im Dezember des letzten Jahres gestellt worden und gehöre eigentlich zum Standardprozedere. Sollte auch diese Genehmigung erteilt werden, so könnte der Bau von Nord Stream 2 direkt weitergehen. Bedenken von Umweltschützern hätten dabei keine aufschiebende Wirkung mehr.

Das könnte zeigen: Auch die Fertigstellung in deutschen Hoheitsgewässern könnte voranschreiten, wenn dieser Antrag bewilligt würde. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob das zuständige Bundesamt den Antrag bewilligt. Beziehungsweise die individuellen Interessen und Kehrseiten in einer Verhältnismäßigkeitsprüfung zugunsten des Baus von der umstrittenen EU-Pipeline abwägt.

Nord Stream 2: Bewegung, Bewegung!

Beim Thema Nord Stream 2 scheint es daher weitere Bewegung zu geben. Allerdings sehr wesentliche: Es geht um den Bau und die US-Sanktionen. Vermutlich die zwei Baustellen, die für den Ausgang am wichtigsten sein dürften.

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