Gazprom klemmt Nord Stream 1 "vorübergehend" ab

Der russische Energiekonzern Gazprom hat am frühen Mittwoch Morgen den Erdgasfluss durch die Pipeline Nord Stream 1 von Russland nach Europa gestoppt, ein Anfang des Monats angekündigter Schritt - wegen „einer dreitägigen Pause für routinemäßige Wartungsarbeiten“ an einer Kompressorstation.

Laut Gazprom muss die einzige verbleibende Turbine in der Verdichterstation Portowaja gewartet werden.

Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, nannte die Wartungsarbeiten technisch nicht nachvollziehbar. Zuletzt kamen über die Pipeline nur noch etwa 20 Prozent der maximal möglichen Menge.

Kremlsprecher Dmitri Peskow („Agentur Interfax“) auf die Frage, ob Russland nach dem Ende der Wartungsarbeiten an der Pipeline Nord Stream 1 die Wiederaufnahme der Lieferungen garantieren könne: „Russland war, ist und wird bereit sein, seine Verpflichtungen zu erfüllen“.

Der Kremlsprecher hielt dem Westen vor, durch seine Sanktionen normale Servicearbeiten an den Turbinen der Leitung zu behindern.

Für die nächste Abschaltung hat Gazprom bisher noch keinen neuen Termin genannt. Doch laut dem Konzern muss die letzte verbliebene Turbine in der Kompressorstation Portowaja alle 1.000 Arbeitsstunden gewartet werden. Damit dürfte Mitte Oktober der nächste Stopp anstehen.

su mit dpa