Gazprom-Aktie: Klares Bekenntnis zu Nord Stream 2 vom Außenminister!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
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Die Gazprom-Aktie (WKN: 903276) sorgt noch immer für Schlagzeilen. Um die aktuelle Ausgangslage nach dem Feiertagsfest noch einmal zusammenzufassen: Die US-Regierung macht weiterhin Druck und auch unter Joe Biden wird es möglicherweise eher marginale Verbesserungen geben. Der Bau der Pipeline geht derzeit jedoch munter weiter, wenn auch nur an einem ca. 2,6 Kilometer langen Teilstück.

Wobei es nicht nur das Teilstück ist, das wichtig ist. Nein, sondern der Schritt an und für sich. Weder Russland noch das Verlegeschiff, noch Partner, noch Häfen, noch mittelbar beteiligte Unternehmen haben bislang eingelenkt und dem Druck der US-Regierung nachgegeben. Das können wir als Zeichen der Stärke sehen.

Jetzt gibt es eine weitere gute Nachricht ausgerechnet von deutscher Seite. Sowie ein weiteres, klares Bekenntnis zu Nord Stream 2. Hier ist, was du dazu wissen solltest.

Außenminister: Wir bleiben souverän!

Genauer gesagt ist es mit Heiko Maas unser amtierender Außenminister, der sich jetzt in der Causa Nord Stream 2 und damit verknüpft auch hinsichtlich der Gazprom-Aktie geäußert hat. Zumindest mittelbar jedenfalls, aber wie auch immer: Hier ist jedenfalls das Wesentliche.

In Anbetracht der US-Sanktionen, die trotz des Regierungswechsels im Weißen Haus erhalten bleiben, werden Deutschland und die EU hart bleiben. Man brauche nicht von europäischer Souveränität zu reden, wenn darunter verstanden werde, dass man in Zukunft nur noch das mache, was Washington wolle, so Maas als Außenminister in diesem Kontext. Das zeigt: Es gibt eine klare Kante bei diesem Thema und eine weitere Position für den Bau der EU-Pipeline Nord Stream 2.

Die Bundesregierung werde ihre Haltung zu Nord Stream daher nicht verändern, so im Endeffekt noch einmal die Zusammenfassung. Eine wichtige Aussage, die möglicherweise noch einmal den Bau der Pipeline stärkt. Wobei der Baubeginn und eine faktische Fertigstellung natürlich ebenfalls eine veränderte Ausgangslage kreieren würde. Glücklicherweise geht es bei diesem Thema ebenfalls weiter.

Nord Stream 2: Verhandlungsposition stärken?

Die Aussagen sind mit Sicherheit nicht ohne guten Grund im Kontext von Nord Stream 2 getroffen worden. Wenn du mich fragst, so dürfte das einerseits der Indikator dafür sein, dass die Bundesregierung zu dem Projekt steht. Aber auch, dass man die eigene Verhandlungsposition etwas stärken möchte.

Es ist zugegebenermaßen rund um die Feiertage wieder etwas ruhiger im Kontext von Nord Stream 2 geworden. Mit Blick auf den nahenden Januar wird jedoch der Abschied Trumps aus dem Weißen Haus immer konkreter. Sowie gleichzeitig auch der Einzug Joe Bidens. Damit dürften die Verhandlungen dann in eine neue Runde gehen.

Es könnte hintergründig trotzdem ein bisschen mitschwingen, dass auf diplomatischem Wege eine Lösung für die Causa Nord Stream 2 gefunden wird. Wobei die europäische Souveränität ein wichtiges Stichwort sein dürfte, das mit in die künftigen Verhandlungen genommen wird. Das ist jetzt jedenfalls noch einmal klargestellt worden.

Was macht die Gazprom-Aktie …?

Die Gazprom-Aktie dürfte indes kaum auf solche Äußerungen reagieren. Die Ausgangslage ist schließlich klar und wird vermutlich eher von anderen Faktoren als von solchen Aussagen bestimmt. Allerdings sind positive Nachrichten stets willkommen. Wobei es der Baubeginn beziehungsweise die nahende Fertigstellung ist, die möglicherweise weitreichendere Folgen haben wird. Trotzdem bleibt Nord Stream 2 natürlich auch künftig ein aktuelles und heißes Thema.

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