Gazprom: 3 gute Nachrichten

Thorsten Küfner
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Gazprom: Diese Marken sind jetzt wichtig

Gazprom befindet sich – wie der Großteil der Akten den Börsen weltweit – derzeit in einer Konsolidierungsphase. Diese ist nach dem Kursanstieg seit Herbst auch gesund und angesichts des zuletzt fehlenden Rückenwindes von den Rohstoffmärkten nicht verwunderlich. Indes gab es nun einige positive Meldungen.

1. Streit mit EU beigelegt
So sollen Insidern zufolge die EU-Kommission und Gazprom ihren jahrelangen Streit beigelegt haben. Dem weltgrößten Erdgasproduzenten wird vorgeworfen, in Osteuropa systematisch den Wettbewerb behindert und dadurch überhöhte Preise verlangt zu haben. Gazprom hätte hierfür im schlimmsten Fall eine Strafe in Höhe von bis zu zehn Prozent des Umsatzes gedroht. Nun soll sich aber die EU-Kommission mit den Zugeständnissen des Konzerns zufrieden gezeigt haben, sodass eine Strafzahlung wohl vermieden werden dürfte.

2. Abhängigkeit von der Ukraine sinkt
Indes sieht sich Gazprom weiter auf einem guten Weg, die hohe Abhängigkeit von der Ukraine beim Gasexport zu verringern. Im ersten Quartal sank der Transit durch die Leitungen des Versorgers Naftogaz, mit Gazprom derzeit noch diverse Rechtstreitigkeiten ausfechtet, um 13,3 Prozent auf 20,1 Milliarden Kubikmeter, obwohl der Gasabsatz im Ausland deutlich zulegte. CEO Alexej Miller erklärte, dass bei vollständiger Inbetriebnahme von Turkish Stream und Nord Stream 2 künftig nur noch 10 bis 15 Milliarden Kubikmeter durch ukrainische Leitungen strömen sollen.

3. Gasexport steigt weiter
Besonders erfreulich für die Anteilseigner des Gasriesen: Von Januar bis März ist der Gasexport um 6,6 Prozent auf 54,4 Milliarden Kubikmeter gestiegen. Im März verbuchte Gazprom wegen der kalten Temperaturen mit 19,6 Milliarden Kubikmeter beim Absatz sogar den besten Monat der Firmengeschichte. Zudem legte auch der Gasverbrauch in Russland zu, hier erzielte der Konzern ein Plus von 9,1 Prozent.

 

Es bleibt dabei: Mutige, langfristig orientierte Anleger können bei der Aktie von Gazprom nach wie vor zugreifen. Der Stopp sollte bei 3,20 Euro belassen werden.