Gazprom: Das ist überraschend

Thorsten Küfner
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Gazprom: Es ist passiert…

Nachdem in den vergangenen Wochen die Wahrscheinlichkeit für den Bau von Nord Stream 2 im Zuge verschiedener Entwicklungen stetig gesunken ist, zeigt sich der russische Erdgasriese Gazprom nach wie vor zuversichtlich, die zweite Ostseepipeline entgegen aller Widerstände planmäßig vorantreiben zu können.

Demnach sorge man sich nicht um die US-Sanktionen. Selbst der Ausgang der Bundestagswahlen werde das ehrgeizige Projekt Unternehmenssprechern zufolge nicht beeinträchtigen. Auch bei der Finanzierung der Pipeline sei man zuversichtlich. Man habe bereits Zusagen von verschiedenen europäischen Firmen, die durch die aktuellen Sanktionen auch nicht gefährdet seien.

Gazproms Plan ist, 30 Prozent der Baukosten mit Eigenkapital und 70 Prozent über Fremdkapital zu finanzieren. Die Bauarbeiten sollen Mitte 2018 gestartet werden, Ende 2019 soll die Inbetriebnahme erfolgen. Die Kapazität der Pipeline ist mit 27,5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr genauso hoch wie die von Nord Stream 1.

Es bleibt spannend
Trotz des Optimismus von Gazprom bleiben bezüglich des Baus und der Finanzierung von Nord Stream 2 noch zahlreiche Fragen endgültig zu klären. Auch deshalb bleibt die enorm günstig bewertete Aktie von Gazprom ein heißes Eisen und ausnahmslos für mutige Anleger geeignet (Stopp: 2,90 Euro).