Gauland soll weiteren Neonazi in Bundestagsbüro beschäftigen


AfD-Fraktionschef Alexander Gauland beschäftigt einen weiteren Mitarbeiter, der sich in der Neonazi-Szene bewegt. Das berichtet „Zeit Online“ mit Verweis auf Dokumente und Zeugenaussagen, die der Redaktion vorlägen.

Demnach habe man den Hintergrund nahezu aller 297 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AfD-Abgeordneten und der AfD-Fraktion im Bundestag überprüft. Dabei herausgekommen sei, dass sich unter ihnen Anhänger der NPD und der verbotenen neonazistischen Organisation Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ), Aktivisten der Identitären Bewegung und der rechtsradikalen Gruppe Ein Prozent, extrem rechte Burschenschafter und neurechte Ideologen befinden.

Mindestens 27 der Fraktions- und Abgeordnetenmitarbeiter der AfD haben nach „Zeit“-Informationen einen eindeutig rechtsradikalen bis rechtsextremen Hintergrund. 18 AfD-Abgeordnete sollen demnach Mitarbeiter aus diesem Milieu beschäftigen.

Einer von ihnen soll AfD-Fraktionschef Alexander Gauland selbst sein. Dessen Mitarbeiter habe sich in seiner Jugend in der Berliner Neonaziszene bewegt und später als Praktikant in der AfD-Landtagsfraktion in Potsdam gearbeitet, der Gauland damals vorstand. Mitstreitern aus der Fraktion soll er dort mit extrem rechten Ansichten aufgefallen sein. Aktuell soll er in Gaulands Bundestagsbüro beschäftigt sein.

Bereits am Dienstag hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, dass Gauland von Oktober 2017 bis Ende Januar einen Mitarbeiter mit rechtsextremer Vergangenheit in seinem Bundestagbüro beschäftigt hatte. Gauland hatte die Vorwürfe wegen als „absolut lächerlich“ zurückgewiesen.

Der Mitarbeiter, der inzwischen nicht mehr für Gauland tätig ist, sei „in seinen jungen Jahren für wenige Wochen“ für eine Organisation aktiv gewesen, die er, Gauland, gar nicht kannte. „Ich habe überhaupt nicht vor, mich davon zu distanzieren“, sagte der AfD-Politiker am Dienstag in Berlin. Der Mann habe sehr gute Arbeit geleistet.