„Game of Thrones“-Erfinder George R.R. Martin flog nach New York, um den Serien-Produzenten „anzubetteln“, 10 Staffeln zu drehen, sagt sein Agent

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"Game of Thrones"-Erfinder George R.R. Martin und Emilia Clarke als "Daenerys Targaryen"
"Game of Thrones"-Erfinder George R.R. Martin und Emilia Clarke als "Daenerys Targaryen"

Die HBO-Hitserie „Game of Thrones“ endete 2019 mit zwei verkürzten Staffeln, die es auf insgesamt acht Staffeln und 73 Episoden brachten. Aber der ursprüngliche Schöpfer der Geschichte, der Autor George R.R. Martin, drängte auf bis zu 10 Staffeln und 100 Gesamtepisoden, wie ein neues Buch zeigt.

Neue Berichte über Martins Wünsche finden sich in einem Buch mit dem Titel „Tinderbox: HBO's Ruthless Pursuit of New Frontiers“ von dem Journalisten James Andrew Miller. Miller, der für das Buch 757 Interviews geführt hat, sprach mit Martin, Martins Agent Paul Haas und Richard Plepler, dem ehemaligen CEO von HBO.

„George flog nach New York, um mit Plepler zu Mittag zu essen und ihn anzuflehen, zehn Staffeln mit zehn Episoden zu machen, weil es genug Material dafür gäbe, und um ihm zu sagen, dass es eine befriedigenderes und unterhaltsameres Erlebnis wäre“, so Haas gegenüber Miller.

Sowohl Martin als auch die Verantwortlichen von HBO wären mit mehr Staffeln zufrieden gewesen, aber die Showrunner hatten einen anderen Plan im Kopf

Martin sagte in der Vergangenheit, er glaube, dass „Game of Thrones“ noch mehrere Jahre hätte fortgesetzt werden können. Im Jahr 2018 sagte Martin gegenüber dem Magazin Variety, dass er nicht wisse, warum die Serie mit der achten Staffel enden würde, da es genug Material für weitere 13 Staffeln gäbe.

„Dan und Dave (Showrunner der Serie, Anm. d. Redaktion) waren müde, und das zu Recht“, sagt Haas in Millers Buch. „Sie waren fertig und wollten weitermachen, also haben sie die Serie gekürzt und dann wurde verhandelt: Wie viele Staffeln können wir das in die Länge ziehen? Denn natürlich wollte HBO mehr.“ Haas fügte hinzu: „George liebt Dan und Dave, aber nach der fünften Staffel begann er sich Sorgen über den Weg zu machen, den sie einschlugen, denn George wisse, wohin die Geschichte führe. Er begann zu sagen: 'Ihr folgt nicht meiner Vorlage.'"

Die Buchreihe, auf der „Game of Thrones“ basiert, „Das Lied von Eis und Feuer“, ist noch unvollständig. Martin hat nur die ersten fünf von sieben geplanten Romanen veröffentlicht. An dem sechsten Buch, „The Winds of Winter“, arbeitet er seit fast einem Jahrzehnt. Die HBO-Serie begann gegen Ende der vierten Staffel, von Martins Handlungsstrang abzuweichen.

Miller sprach auch mit Casey Bloys, dem Chief Content Officer bei HBO, der sagt, dass die Teams wussten, dass es „unweigerlich zu einem gewissen Widerstand kommen würde“.

In Millers Buch sagt Bloys, dass HBO „das Gefühl hatte, dass die letzte Staffel ihr Versprechen an die Fans erfüllt hat, aber noch wichtiger ist, dass sie die Vision für das Finale umgesetzt hat, die Dan und Dave so sorgfältig geplant hatten."

Bloys fügte hinzu, dass er die Kritik eines Teils der Fangemeinde an Daenerys Targaryens „Verwandlung in eine Kriegsverbrecherin“ in den letzten Episoden verstehe. „Wenn es noch ein oder zwei weitere Episoden gegeben hätte, wäre das natürlich hilfreich gewesen“, sagte Bloys. „Ich hätte zwei weitere Staffeln genommen! Aber ich glaube, wenn man sich den gesamten Handlungsbogen der Serie ansieht, im Gegensatz zu den letzten Episoden, war ihre Wende mehr als verdient und geplant.“

Was Martin selbst betrifft, so sagte er Miller, dass „Game of Thrones“ sein Leben vor allem zum Guten verändert hat, „aber in gewisser Weise auch zum Schlechten“. „Ich wünschte, die Serie wäre zehn Jahre lang gelaufen", sagte Martin in, „Tinderbox“. „Ich glaube, dann hätten wir in den späteren Staffeln ein bisschen mehr Zeit gehabt, um es zu beenden. Aber das liegt vielleicht nur daran, dass ich immer noch versuche, es in diesen Büchern hier zu beenden. „Ich arbeite auch jetzt noch an 'The Winds of Winter', so wie ich es seit fast einem Jahrzehnt tue. Und hoffentlich komme ich bald zu diesem Ende und dann können die Leute darüber streiten, welches Ende ihnen besser gefällt.“ Ein voraussichtliches Veröffentlichungsdatum gibt es aber immer noch nicht.

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