Game-Hit Fortnite: Eltern bezahlen Kindern Nachhilfe fürs Computerspielen

Der PC-Hit Fortnite bereitet vielen Eltern Bauchschmerzen, denn der Third-Person-Shooter ist bekannt für seine Gewalt und sein Suchtpotenzial. In den USA stören sich einige Erziehungsberechtigte jedoch eher an der schlechten Performance ihrer Kinder – und heuern daher Nachhilfelehrer an.

Das Spiel Fortnite ist bei Gamern so beliebt, dass sie sogar in Arenen gegeneinander antreten. (Bild-Copyright: Ethan Miller/Getty Images North America/AFP)

Mathe, Englisch, Französisch – viele Schüler nehmen Nachhilfe. In den USA verdonnerten Eltern ihre Kids nun auch zu zusätzlichen Lektionen mit einem privaten Tutor, allerdings nicht für ein Schulfach. Wie das “Wall Street Journal” berichtet, gibt es einige Mütter und Väter, die Geld dafür zahlen, damit ihre Kids bessere Fortnite-Spieler werden.

Bis zu 20 US-Dollar, umgerechnet etwa 17,30 Euro nehmen Coaches für die Nachhilfe in dem Ballerspiel. “Ich will, dass sie in dem, was ihnen Spaß macht, auch überragend sind”, begründet ein Vater die Investition. Für ihn birgt das gewalttätige Spiel offenbar keine Risiken, schließlich würden sich die Kids beim Daddeln sicherlich kein Bein brechen.

Eine Mutter erklärte ihre Entscheidung für die Fortnite-Nachhilfe mit dem hohen Druck, dem ihr Sohn in der Schule ausgesetzt sei. Offenbar erwarten Mitschüler nicht nur, dass alle beim Spielhype mitmischen, der Konkurrenzkampf unter den Halbwüchsigen scheint ebenfalls sehr groß.

Dass Eltern das Computerspielen bei ihren Kindern so fördern, ist für Kritiker dennoch fragwürdig. Fortnite wird ein großes Suchtpotenzial nachgesagt. Im April sorgte etwa ein Fall in den USA für Aufsehen, als ein Teenager sein Spiel nicht mal unterbrach, als ein Tornado bereits das Dach seines Hauses abdeckte. Statt sich in Sicherheit zu bringen, wollte der Junge lieber weiter spielen.