Galapagos wehrt sich: Gilead offenbar an Übernahme interessiert – Aktie springt an

Michel Doepke
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Große Biotech-Unternehmen sitzen weiter auf großen Cash-Bergen und halten Ausschau nach attraktiv bewerteten Übernahmezielen. So auch Gilead: Nach der Akquisition von Kite Pharma geht die Jagd offenbar weiter. Des Öfteren hat DER AKTIONÄR bereits die belgische Biotech-Schmiede Galapagos ins Spiel gebracht – CEO Onno van de Stolpe befeuert nun die Spekulationen.

Wie die niederländische Zeitung Het Financieele berichtet, habe sich der Galapagos-Chef auf einem Neujahrstreffen zu einer möglichen Übernahme durch einen anderen Konzern geäußert. Van de Stolpe plant, einen weiteren Großinvestor an Bord zu holen, um einen Akquisitionsversuch durch Gilead beispielsweise zu erschweren. Er spricht sogar von einer "Verteidigungsmauer", rechnet allerdings kurzfristig nicht mit einem Übernahmeangebot durch Gilead. Dies gebe ihm Zeit, um nach einem neuen Ankerinvestor Ausschau zu halten.

Gilead kann aufstocken

Vor gut zwei Jahren hat Gilead einen Lizenzdeal mit Galapagos für den potenziellen Blockbuster Filgotinib geschlossen. Im Rahmen dieses Deals erwarben die Amerikaner 13,3 Prozent der Anteile, im Erfolgsfall winken den Belgiern entwicklungsabhängige Erlöse von bis zu 300 Millionen Dollar. Und Gilead kann über die Börse aufstocken, zu Jahresbeginn endete die Lock-Up-Frist.

Wenn der Preis passt...

Auch die belgische Ablynx hat sich zunächst einer Übernahme verschlossen. Nach einem zähen Ringen erhielt Sanofi den Zuschlag und Novo Nordisk ging leer aus. Fakt ist: Der Galapagos-CEO hat die Übernahmespekulationen wieder kräftig angeheizt. Die Story bleibt spannend, passt der Preis dürfte auch van de Stolpe von seiner "Verteidigungsmauer" abrücken. Im frühen Handel profitiert die Aktie und gewinnt gut vier Prozent. Investierte Anleger geben kein Stück aus der Hand und warten die weitere Entwicklung ab.