Gal Gadot erinnert zum Holocaust-Gedenktag an ihren Großvater

Die israelische Schauspielerin verkörpert seit 2016 die Superheldin Wonder Woman in mehreren DC-Verfilmungen. (Bild: Invision/AP Photo)

Am israelischen Nationalfeiertag Jom haScho’a wird der Opfer des Holocausts gedacht. Auch „Wonder Woman“-Star Gadot hat eine enge persönliche Verbindung zu diesem Gedenktag.

Jom haScho’a ist in Israel ein Tag des Erinnerns: An dem Nationalfeiertag, der traditionell im April stattfindet, wird der etwa sechs Millionen Opfer des Holocausts, auch Schoa genannt, gedacht. Über 70 Jahre nach Ende der NS-Diktatur gibt es auch heute noch zahlreiche Juden auf der ganzen Welt, die eine unmittelbare Verbindung zu den Verbrechen der Nazis haben. So auch Schauspielerin Gal Gadot.

In einem emotionalen Instagram-Post erinnerte die „Wonder Woman“-Darstellerin an Jom haScho’a, der in diesem Jahr auf den 12. April fiel, an ihren Großvater Abraham Weiss. Er überlebte als einziger aus seiner Familie das Konzentrationslager Auschwitz.


„Ich habe die ganze Nacht auf meinem Telefon nach einem Foto von dir gesucht, aber keins gefunden. Also wollte ich Mama bitten, mir eins zu schicken, aber sie antwortete mir nicht. Das ist das Nervige am Reisen: Es gibt immer etwas, das man braucht, aber zu Hause vergessen hat. Und dann stieg ich ins Auto, um zum Stunt-Training und Meetings mit Patty Jenkins für ‘Wonder Woman’ zu fahren. Und meine Assistentin Katy schreibt: ‘Hi, ich habe dieses süße Video von dir und deinem Opa gefunden.’ Sie hatte keine Ahnung, dass heute der Holocaust-Gedenktag ist und ich die ganze Nacht nach einem Foto von dir/uns gesucht habe. Ich war nicht überrascht. Mein Großvater ist immer bei mir. Das ist nicht das erste Mal, dass er aus dem Nichts auftaucht. So war er immer. Er hatte einen besonderen Sinn für Humor und war immer für uns da. Obwohl er durch die Hölle gegangen ist. Er verlor seine komplette Familie in Auschwitz. Er entschied sich, an das Gute zu glauben. Ich vermisse dich, Saba. Ich liebe dich. Und danke, dass du uns geholfen hast, ein Foto von uns zu finden. Ich hatte dieses Video noch nie zuvor gesehen und musste weinen. Und ich denke heute an dich, an diesem besonderen Tag der Erinnerung, der auch ein Aufruf an uns ist, uns gegen Diskriminierung jeglicher Art einzusetzen, überall auf der Welt.“

Die 32-jährige Gadot wurde in einem Vorort von Tel Aviv geboren und 2004 zur Miss Israel ernannt. Anschließend diente sie zwei Jahre lang im israelischen Militär, bevor sie 2009 erstmals ihre Rolle der Gisele Yashar in der „Fast and Furious“-Filmreihe übernahm, die ihr zum Durchbruch verhalf. Ihr Großvater, der in der Ukraine geboren wurde, starb 2013 im Alter von 85 Jahren. „Ich denke heute an dich“, schreibt die Schauspielerin in ihrem Post an ihn. „An diesem besonderen Tag der Erinnerung, der auch ein Aufruf an uns ist, uns gegen Diskriminierung jeglicher Art einzusetzen, überall auf der Welt.“

In den vergangenen Jahren teilte Gal Gadot bereits mehrmals Fotos von ihrem Großvater zu Jom haScho’a:


„Opa, ich vermisse dich, mein Held. Du hast uns vor drei Jahren verlassen, aber dein Vermächtnis lebt für uns weiter. Mein Großvater wurde 1928 in einem kleinen Dorf namens Mukatschewo in der Tschechoslowakei geboren. Seine komplette Familie wurde während dem Zweiten Weltkrieg brutal ausgelöscht. Nur weil jemand entschieden hatte, dass sie mit der falschen Religion und Rasse geboren wurden. Mein Großvater brachte mir bei, dass es keine falsche Religion gibt. Keine falsche Hautfarbe. Und keine falsche Rasse. Mir wurde beigebracht, alle Menschen für ihr Herz zu lieben. Wir sind alle Geister und Seelen in diesem Universum. Licht sollte die Dunkelheit immer besiegen, genauso wie Liebe immer Hass besiegen sollte. Heute erinnern wir uns und werden nie vergessen.“

 

 

„Dieser gutaussehende Mann war mein Großvater Abraham Weiss. Er verstarb vor wenigen Monaten und ich vermisse ihn sehr. Heute ist der Gedenktag an den Holocaust. Alle Familienmitglieder meines Großvaters wurden brutal ermordet, genau wie sechs Millionen Juden und Millionen Menschen anderer Ethnien. Das Vermächtnis meines Großvaters war es, seine eigene neue Familie zu gründen und neue Wurzeln in dieser Erde zu schlagen, nachdem ihm alles, was er je hatte, genommen wurde. Heute erinnern wir uns und werden nie vergessen. Wir alle haben die Verantwortung, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Das sollte das Vermächtnis sein, das wir unseren Kindern hinterlassen. Ich vermisse dich, Saba. Ich liebe dich. Danke, dass du nicht aufgegeben und mir eine bessere Welt gezeigt hast als die, die du erlebt hast.“