Gabriel kritisiert Referendum über Unabhängigkeit der Kurden im Irak

Sigmar Gabriel

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat das Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak kritisiert und vor einer weiteren Eskalation gewarnt. Gabriel nannte es am Dienstag "bedauerlich", dass der irakische Kurdenführer Massud Barsani das Referendum "ohne Rücksicht auf Vorbehalte, Warnungen und gegen den einhelligen Rat der internationalen Gemeinschaft" abgehalten habe.

Die Bundesregierung sei "in großer Sorge darüber, dass dieser Schritt die instabile regionale Situation" weiter verschärft, erklärte Gabriel. Die Kurden sollten "einseitige Schritte in Richtung Unabhängigkeit" vermeiden, und offene Fragen zwischen Erbil und Bagdad sollten im Dialog gelöst werden. Auch sollten die kurdische Regionalregierung und die Zentralregierung in Bagdad "mäßigend auf die Akteure vor Ort einwirken".

Trotz der entschiedenen Ablehnung Bagdads und der Nachbarn Türkei und Iran hatten die Kurden im Nordirak am Montag über die Abspaltung vom Irak abgestimmt. Es wird bei dem Referendum mit einer großen Mehrheit für die Unabhängigkeit gerechnet.

Zwar hat der Kurdenführer Barsani versichert, dass er nicht direkt die Unabhängigkeit erklären werde, doch droht nun ein militärischer Konflikt mit der Zentralregierung.