Gabriel und Dreyer gehen auf Juso-Chef Kühnert zu

Kevin Kühnert

Der ehemalige SPD-Chef und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel sowie SPD-Parteivize Malu Dreyer gehen auf den "GroKo"-Gegner Kevin Kühnert zu. Natürlich werde der Juso-Chef bei der Erneuerung der SPD eine wichtige Rolle spielen, sagte Dreyer in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel" vom Samstag. "Es wird eine wichtige Aufgabe sein, Befürworter und Gegner einer Großen Koalition zusammenzuführen", sagte die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz.

Gabriel äußerte sich beeindruckt vom Engagement der Jusos. "Da kämpfen tolle junge Leute", sagte der Außenminister dem "Spiegel". "Was will eine Partei mehr?" Wenn die SPD es schaffe, jetzt eine gute Regierung zu bilden und gleichzeitig "diese junge Generation mit ihrem Engagement und Enthusiasmus zu halten, ist mir um die Zukunft der SPD nicht bange".

Er betonte aber, in der Sache anderer Meinung als der Juso-Vorsitzende zu sein. Er plädiere klar für eine große Koalition, weil ein Nein fatale Folgen für Europa haben könne.

Kühnert steht an der Spitze der Bewegung gegen eine Fortführung der "GroKo". Seit Wochen tourt er durch Deutschland und wirbt gegen eine Koalition der SPD mit CDU und CSU. Dem "Spiegel" sagte er, er sei sich der Tragweite seines Agierens bewusst. "Das ist jetzt nicht irgendwie Parteitag, und man kämpft auf Seite 27 um irgendeinen Spiegelstrich und kann am Ende so einen Pseudoerfolg mit nach Hause nehmen, für den sich später nie mehr jemand interessiert. Jetzt geht es im Zweifel ums Eingemachte."