Gabriel sagt Rohingya-Flüchtlingen in Bangladesch weitere 20 Millionen Euro zu

Gabriel (SPD) besuchte am Sonntag in der bangladeschischen Grenzstadt Cox's Bazar ein Lager für Rohingya-Flüchtlinge aus dem Nachbarland Myanmar

Die Bundesregierung will die aus Myanmar nach Bangladesch geflohenen Rohingya-Muslime mit weiteren 20 Millionen Euro unterstützen. Diese Summe sagte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) am Sonntag bei einem Besuch im Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch zu. Gabriel war mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini und anderen Außenministern dorthin gereist. Die Politiker forderten Myanmar auf, die Flüchtlinge zurückkehren zu lassen.

Mit dem Besuch im Lager Kutupalong wollten Gabriel und mehrere seiner Ministerkollegen ein "internationales Zeichen der Solidarität" setzen, erklärte das Auswärtige Amt. Gabriel zeigte sich "zutiefst betroffen vom Leid der Menschen". In Zusammenarbeit mit der Regierung von Myanmar müsse alles getan werden, um "Rückkehrmöglichkeiten" für die Flüchtlinge zu schaffen, forderte er.

Gabriel war gemeinsam mit der EU-Außenbeauftragten Mogherini, der schwedischen Außenministerin Margot Wallström und dem japanischen Außenminister Taro Kono zu Besuch in dem Lager nahe der Stadt Cox's Bazar. Mogherini kündigte Hilfe der EU bei Verhandlungen zwischen Bangladesch und Myanmar über die Rückkehr der Flüchtlinge an. "Ich hoffe, dass wir zu einer nachhaltigen Lösung beitragen können", sagte sie in Bangladesch.

Am Montag will die Delegation in Myanmar an einem europäisch-asiatischen Außenministertreffen teilnehmen. Leiterin der EU-Delegation ist Mogherini. Sie will dabei auch die Rohingya-Krise ansprechen: "Anstatt Druck aufzubauen, verfolgen wir immer den Ansatz, Verhandlungsspielraum zu öffnen", sagte sie in Bangladesch.

Seit August sind mehr als 600.000 muslimische Rohingya aus Myanmar nach Bangladesch geflohen. Der seit Jahren andauernde Konflikt in Myanmar war Ende August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt.

Hunderte Menschen wurden im nördlichen Bundesstaat Rakhine umgebracht, ihre Häuser niedergebrannt. Die UNO und Menschenrechtsorganisationen sprechen von "ethnischen Säuberungen".