Gabriel bestreitet geplanten Bau einer Panzerfabrik in der Türkei

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat Berichte über den geplanten Bau einer deutschen Panzerfabrik in der Türkei scharf zurückgewiesen. Im Gespräch sei lediglich, bereits vorhandene Panzer, die das türkische Militär im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einsetze, mit zusätzlicher Technologie zum Schutz vor Minen auszurüsten, betonte Gabriel am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin".

"Es geht nicht um die Herstellung von Panzern, das würden wir eh nicht genehmigen, das weiß Rheinmetall auch." Es gehe vielmehr darum, dass in der Vergangenheit wiederholt türkische Panzer im Kampf gegen den IS auf Minen gefahren und eine Reihe türkischer Soldaten getötet worden seien. "Jetzt gibt es ein Produkt, mit dem man solche Panzer gegen Minen schützen kann. Da sehe ich keine richtige Argumentation, warum wir das verweigern sollen", betonte Gabriel.

Deshalb habe er seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu zugesagt zu prüfen, ob Deutschland die Lieferung dieser Minenschutzausrüstung erlauben könne. "Aber das hat nichts mit dieser irren Vorstellung zu tun, wir würden eine Panzerfabrik bauen." Es bleibe bei der restriktiven Haltung bei Rüstungsexporten, solange die Fälle in der Türkei inhaftierter Deutscher nicht geklärt seien.