Acht Polizeiautos kurz vor G7-Gipfel ausgebrannt

Kurz vor dem G7-Gipfel in Bayern sind in München acht Polizeiautos in Flammen aufgegangen. Gibt es einen Zusammenhang?

In München sind acht Polizeiautos ausgebrannt.
Der Schaden an den Einsatzwagen liegt im sechsstelligen Bereich. (Bild: dpa)

Das Gelände rund um das Alpen-Schloss Elmau ist mittlerweile hermetisch abgeriegelt. Vorboten des G7-Gipfels, der dort in Kürze beginnt. Die Mannschaftsbusse der Bundesbereitschaftspolizei standen am frühen Mittwochmorgen alle vor einem Hotel, in dem Einsatzkräfte für den G7-Gipfel untergebracht waren. Um 3.00 Uhr morgens ging die Meldung über den Brand bei der Münchner Polizei ein. Ein Anwohner berichtete von lauten Knallgeräuschen, die ihn aus dem Schlaf gerissen hätten. "Ein Mordsschepperer" sei das gewesen. Zum genauen Ablauf der Tat machte die Polizei zunächst keine Angaben.

Polizei geht von Brandanschlag aus

Die Ermittler gingen von Brandstiftung aus. Man gehe ganz klar von einem politischen Motiv aus und von einem Zusammenhang zum Gipfeltreffen, sagte auch der Münchner Polizeisprecher Andreas Franken. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte erst am Montag erklärt, sie sehe keine konkrete Gefährdungslage für den Gipfel. Die Polizei will dennoch die Schutzmaßnahmen für ihre Beamten überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Man habe zwar im Vorfeld mit solchen Aktionen gegen die Polizei als Repräsentant des Staates gerechnet. "Aber das macht das Ganze um einiges greifbarer", erklärte Franken.

Franz Haslbeck vom Protest-Bündnis "Stop G7 Elmau" distanzierte sich explizit von dem mutmaßlichen Brandanschlag. Er gehe davon aus, dass keine Organisation aus dem Bündnis involviert gewesen sei, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Haslbeck betonte, "Stop G7 Elmau" stehe für friedlichen Protest.

Fahndung bisher ohne Erfolg

Die Polizei fahndete kurz nach Bekanntwerden des Brandanschlags auf die Fahrzeuge unter anderem mit einem Hubschrauber nach möglichen Tätern, blieb dabei zunächst aber ohne Erfolg, wie der Sprecher weiter sagte. Ermittler untersuchten die völlig ausgebrannten Mannschaftswagen. Den Schaden schätzten die Beamten im sechsstelligen Bereich. Verletzt wurde niemand.

Es ist nicht der erste Vorfall im Zusammenhang mit dem Treffen auf Schloss Elmau, das am Montag beginnt und für das bereits höchste Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. Am Dienstag waren teils gefährliche Manipulationen an Stromverteilerkästen bekannt geworden, innerhalb des Sicherheitsbereichs rund um den Tagungsort. Auch Schmierereien wurden gesichtet, etwa "G7 verschieben" und "No G7". Die Polizei ging von politisch motivierten Straftaten aus.

Gewerkschaft fordert "konsequente Bestrafung"

"Jeder Angriff auf die Polizei ist ein Angriff auf unseren Rechtsstaat", betonte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow. Antidemokratische Kräfte nähmen im schlimmsten Fall sogar Tote in Kauf, um ihre Ziele durchzusetzen. Malchow forderte eine konsequente Bestrafung der Täter in vollem Umfang des Rechts. Dies wäre ein Signal, dass Angriffe auf den Staat und seine Vertreter nicht geduldet würden.

Zuvor waren geheime Polizeidokumente öffentlich geworden, die vom Gipfel im Jahr 2015 stammen, der auch auf Schloss Elmau abgehalten wurde. Faeser reagierte gelassen und sagte, auf die aktuelle Einsatzplanung habe die Veröffentlichung keinen Einfluss. Sie erwarte aber Aktivitäten eher von der linksextremistischen Seite, sie seien aber auch von Seiten der Corona-Proteste wie auch im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine nicht ausgeschlossen.

Leichtflugzeug sorgt für Aufregung

Für Aufsehen sorgte bereits am Montag ein 59-jähriger Wiener. Er war mit seinem 26-jährigen Sohn in einem Ultraleichtflugzeug unterwegs. Wenige Kilometer vom Tagungsort auf Schloss Elmau entfernt geriet der Zweisitzer ins Trudeln. Die Insassen konnten mit Hilfe eines Fallschirm-Rettungssystems notlanden und blieben unverletzt. Einen Zusammenhang zum G7-Gipfel schlossen die Ermittler aus.

Der G7-Gipfel ist vom kommenden Sonntag bis Dienstag auf dem mittlerweile hermetisch abgeriegelten Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen geplant. Dort treffen sich unter der Leitung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Staats- und Regierungschefs der USA, Großbritanniens, Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Japans und Kanadas.

Im Video: G7: Wir unterstützen die Ukraine weiter, notfalls jahrelang

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.