G7-Gipfel: Innenminister kann weitere Anschläge nicht ausschließen

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Trotz des Brandanschlags auf acht Polizeiautos in München hält Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Sicherheit beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau nicht für gefährdet. "Ich glaube, dass wir insgesamt gut aufgestellt sind und deswegen keine extremen Eskalationen zu befürchten sind", sagte der CSU-Politiker am Mittwoch in München. Es könnten aber für die kommenden Tage weitere ähnliche Anschläge nicht generell ausgeschlossen werden, daher sei der Großeinsatz der Polizei in den Gipfeltagen unbedingt notwendig.

Kurz vor dem G7-Gipfel in Bayern waren in der Nacht zum Mittwoch mehrere Polizeiautos in München angezündet worden. Man gehe ganz klar von einem politischen Motiv aus und von einem Zusammenhang zum Gipfeltreffen, sagte auch der Münchner Polizeisprecher Andreas Franken. Acht Mannschaftsbusse samt Polizeiausrüstung brannten, der Sachschaden wird auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt. Verletzt wurde niemand. Trotzdem sorgte die Tat für Entsetzen.

Herrmann sagte: "Wir haben uns in unserem Sicherheitskonzept ja darauf eingestellt, dass es zu solchen Anschlägen kommen kann. Deswegen sind ja so viele Tausende von Beamtinnen und Beamten aus Bayern, aus dem Bund, aus den anderen Bundesländern hier im Einsatz. Das sind leider alles keine Hirngespinste, sondern es sind reale Gefahren." Durch den Vorfall sei allen in Erinnerung gerufen worden, in den kommenden Tagen besonders wachsam zu sein, für das generelle Sicherheitskonzept gebe es aber keinen Änderungsbedarf.

Herrmann kündigte an, dass die Polizei alles tun werde, um weitere Anschläge zu verhindern, er rief mögliche Zeugen auf, sich bei der Polizei zu melden. In jedem Fall werde alles dafür getan, die Täter vor Gericht zu bringen. "Wir haben aktuell noch keine konkreten Erkenntnisse über die Täter. Über die Vorgehensweise aber spricht natürlich alles dafür, dass die Täter im linksextremistischen Spektrum zu suchen sind."

Eine andere Erklärung als eine mutwillige, gezielte Aktion kann Herrmann sich nicht als Brandursache vorstellen: "Nun, es ist offenkundig, dass nicht acht Fahrzeuge gleichzeitig aus Versehen oder aufgrund von Motorschaden in Brand geraten sind." Jede Betrachtung mit gesundem Menschenverstand spreche dafür, dass es ein gezielter Anschlag gewesen sei. Derzeit seien die Kriminaltechniker aber noch dabei, den Vorfall zu analysieren.

Das Gipfeltreffen ist von Sonntag bis Dienstag auf dem mittlerweile hermetisch abgeriegelten Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen geplant. Dort treffen sich unter der Leitung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Staats- und Regierungschefs der USA, Großbritanniens, Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Japans und Kanadas.

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