G20: Umweltschützer kritisieren USA in G20-Tauziehen zu Klimaschutz

dpa-AFX

HAMBURG (dpa-AFX) - Umweltschützer haben die USA im Ringen um eine gemeinsame Erklärung des G20-Gipfels in Hamburg zum Klimaschutz kritisiert. So wollen die USA einen Satz aufnehmen lassen, mit dem sie eine Rolle beanspruchen, anderen Ländern bei der "saubereren und wirksameren Nutzung von fossilen Energien" zu helfen, wie es in einem neuen Entwurf des Abschlusskommuniqués heißt, der am Freitag der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Klimaschützer waren empört. "Das ist absurd", sagte der Experte Jan Kowalzig von der Entwicklungsorganisation Oxfam in einer Reaktion. Ausgerechnet die USA, die aus dem Pariser Abkommen ausgestiegen seien, wollten jetzt anderen Ländern bei der Erfüllung der Klimaziele helfen. "Wenn man jetzt in fossile Energien investiert, ist das nicht zu schaffen." Die Formulierung sei "gefährlich" und "muss raus".

In dem neuen Entwurf werden die Differenzen mit den USA im Klimaschutz festgehalten. Unverändert heißt es, dass die anderen G20-Staaten "zur Kenntnis nehmen", dass sich die USA aus dem Pariser Abkommen zurückziehen.

Nach heftiger Kritik wurde gestrichen, dass sich die USA zu einem "globalen" Ansatz zur Reduzierung von Treibhausgasen bekennen, während Wirtschaftswachstum unterstützt und der Energiebedarf befriedigt werde. Klimaschützer hatten befürchtet, dass damit das Pariser Abkommen aufgeweicht wird, indem ein neues weltweites Vorgehen anerkannt wird. So wurde das Wort "global" herausgenommen.

Obwohl der Austritt der USA erst in vier Jahren wirksam wird, will Washington ferner einen Satz aufnehmen lassen, dass sie "sofort" ihre Verpflichtungen aussetzen. Kowalzig äußerte sein Unverständnis über diese "unangenehme" Formulierung. Die G20 würden die Position anerkennen, wenn es am Ende so im gemeinsamen Kommuniqué stehe. Die Verhandlungen über den endgültigen Text dauern noch an.