G20-Treffen: Indonesien warnt vor Unruhen wegen steigender Preise

JAKARTA (dpa-AFX) - Zum Auftakt des G20-Finanzministertreffens auf Bali hat das Gastgeberland Indonesien vor sozialer Instabilität und Unruhen in Teilen der Welt aufgrund steigender Preise gewarnt. "Der Krieg (in der Ukraine) und der Anstieg der Rohstoffpreise könnten den weltweiten Inflationsschub verschlimmern und soziale Instabilität weiter verstärken", sagte Finanzministerin Sri Mulyani Indrawati in ihrer Eröffnungsrede am Freitag. Der südostasiatische Inselstaat hat in diesem Jahr den Vorsitz in der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer.

"Wir könnten eine weitere Verschlechterung des Lebensstandards erleben, insbesondere bei einkommensschwachen und finanziell gefährdeten Haushalten", sagte die Ministerin weiter. Die Länder mit niedrigem Einkommen, die Rohstoffe importieren, würden wahrscheinlich besonders stark betroffen sein, was zu weiteren sozialen und politischen Unruhen führen könnte.

Die dreifache Bedrohung durch Krieg, steigende Rohstoffpreise und eine höhere globale Inflation könne sich auch bei Schwellenländern und sogar Industriestaaten auf die Schuldenlage auswirken, warnte die Ministerin. "Rund 60 Prozent der Länder mit niedrigem Einkommen befinden sich bereits in oder kurz vor einem Schuldenproblem, während Dutzende von Entwicklungsländern im Verlauf des kommenden Jahres möglicherweise nicht in der Lage sein werden, ihre Schuldenzahlungen zu leisten." Die wirtschaftlichen Folgen des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine stehen im Zentrum des Treffens.

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