G20/STICHWORT/Der Weg zum Gipfel: Wie kam die Entscheidung für Hamburg zustande?

dpa-AFX

HAMBURG (dpa-AFX) - Wer die G20-Präsidentschaft innehat, muss auch das Gipfeltreffen organisieren. So sieht es die Tradition vor. Dass Deutschland am 1. Dezember 2016 den Vorsitz von China übernehmen würde, stand lange fest. Aber in welcher Stadt sollte man den Gipfel ausrichten?

Die Entscheidung fällt die Regierungsspitze des jeweiligen Landes. Im Februar 2016 verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Festrede zum Hamburger Matthiae-Mahl ihren Entschluss: Es wird Hamburg, ihre Geburtsstadt. "Ich denke, das trifft sich gut mit der Weltoffenheit Hamburgs", fügte sie damals hinzu. Pragmatismus, Fairness und Aufrichtigkeit seien herausragende hanseatische Tugenden. Merkel hatte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz dem Vernehmen nach schon im November 2015 telefonisch über ihren Wunsch informiert, den Gipfel in Hamburg stattfinden zu lassen.

Es gab zwar immer wieder Gerüchte, wonach die Stadt an der Elbe nur deshalb den Zuschlag bekommen haben soll, weil sie beim Referendum über die Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2024 gescheitert war - quasi als Kompensation. Das war nach Einschätzung von Beobachtern aber nicht der tatsächliche Grund für den Zuschlag.

Eine pragmatischere Begründung für die Wahl lieferte Regierungssprecher Steffen Seibert im Juni 2016 nach: Die Entscheidung für Hamburg habe "logistische, auch sicherheitstechnische Gründe", sagte er in Berlin. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs musste also schon deshalb in einer deutschen Millionenstadt stattfinden, um die Delegationen, Einsatzkräfte und Journalisten beherbergen zu können. Die Wahl sei dann auf Hamburg gefallen, so heißt es nach dpa-Recherchen, weil Berlin als Regierungssitz ohnehin übermäßig beansprucht sei. München richtet zudem jährlich die Sicherheitskonferenz aus. Ein weiteres Gipfeltreffen wollte man der Stadt daher nicht zumuten.