G20: Papst Franziskus appelliert an Angela Merkel

Papst Franziskus hat eine Nachricht an Bundeskanzlerin Angela Merkel verfasst.

Papst Franziskus hat von den Staats- und Regierungschefs der 20 großen Wirtschaftsmächte gefordert, die Armen in ihren Entscheidungen besonders zu berücksichtigen. «Es ist (…) notwendig, dass (…) den Armen, den Flüchtlingen, den Leidenden, den Vertriebenen und den Ausgeschlossenen – ohne Unterschied von Nation, Volkszugehörigkeit, Religion oder Kultur – absoluter Vorrang eingeräumt wird und ebenso bewaffnete Konflikte abgelehnt werden», schrieb das Oberhaupt der Katholiken am Freitag in einer Nachricht an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Gastgeberin des G20-Gipfels in Hamburg ist.

Insbesondere forderte der Pontifex von den Regierenden, sich der Hungerkrise in Teilen Afrikas und im Jemen zu stellen und betroffene Völker zu unterstützen. Die weltweiten Probleme insgesamt seien vielschichtig und stünden in wechselseitiger Verbindung zueinander, weshalb es für sie keine unmittelbaren und vollkommen zufriedenstellenden Lösungen gebe. «Leider ist die Flüchtlingskrise, die vom Problem der Armut nicht zu trennen ist und durch bewaffnete Konflikte verschärft wird, ein Beweis dafür.» Die Staats- und Regierungschefs müssten Prozesse in Gang setzen, die «fortschreitende und nicht traumatisierende Lösungen» ermöglichten.

Der Papst appellierte an die Gipfelteilnehmer, sich ihrer Verantwortung als Repräsentanten von zwei Dritteln der Weltbevölkerung und 80 Prozent der globalen Wirtschaftskraft bewusst zu sein. «Die Staaten und Menschen, deren Stimme auf der weltpolitischen Bühne am wenigsten Gewicht zukommt, sind gerade diejenigen, die am meisten unter den unheilvollen Folgen der Wirtschaftskrisen leiden, für die sie kaum oder keine Verantwortung tragen.»

Mit der Forderung, internationale Verträge zu achten und einzuhalten sowie multilaterale Beziehungen weiter zu fördern, richtete der Argentinier implizit Kritik an die USA. US-Präsident Donald Trump will aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigen, was in Hamburg eine einmütige Gipfelerklärung verhindern könnte.

Quelle: dpa

Sehen Sie im Video zum G20-Gipfel: Trump und Putin schwänzen Klima-Treffen