G20/Oxfam: G20 müssen soziale Ungleichheit und Steuerflucht bekämpfen

dpa-AFX

HAMBURG (dpa-AFX) - In der globalen Unsicherheit ist die G20-Gruppe nach Überzeugung der Entwicklungsorganisation Oxfam mehr denn je gefragt, "die politischen Weichen in die richtige Richtung zu stellen". Auf ihrem Gipfel müssten sich die Staats- und Regierungschefs der reichen Industrieländer und aufstrebenden Wirtschaftsnationen (G20) zumindest auf einen Aktionsplan gegen soziale Ungleichheit und Maßnahmen für eine gerechtere Steuerpolitik einigen, forderte Oxfam am Donnerstag in Hamburg, wo der Gipfel am Freitag beginnt. Steueroasen müssten ausgetrocknet und der weltweite Wettlauf um die niedrigsten Steuersätze beendet werden.

Die Wirtschaftspolitik müsse konsequent auf die Bekämpfung sozialer Ungerechtigkeit ausgelegt werden, statt wahllos private Investitionen anzuheizen, forderte Oxfam. Nach dem angekündigten Rückzug der USA unter Präsident Donald Trump aus dem Pariser Klimaabkommen müsse von den anderen G20-Staaten auch ein "starkes Signal" ausgehen, dass sie fest hinter der Vereinbarung stehen und mehr zur Umsetzung tun werden. Im Kampf gegen die akuten Hungerkrisen in Afrika müssten die G20 endlich auch ihre Nothilfe-Finanzierung "massiv aufstocken".

Die Ungleichheit steige extrem: Nur acht Personen verfügten über ebenso viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung und damit rund 3,6 Milliarden Menschen, berichtete Oxfam. Rund 700 Millionen Menschen lebten weiterhin in äußerster Armut. "Die extreme Ungleichheit ist die Folge einer fehlgeleiteten Politik und eine der größten sozialen und politischen Herausforderungen unserer Zeit."