Nach G20: Olaf Scholz – Plötzlich ein Problembär

Der eigentlich so beliebte SPD-Politiker hat sich verzockt.

Es ist noch nicht lange her, da hat die Patriotische Gesellschaft Olaf Scholz, den Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt, zu sich an die Trostbrücke eingeladen. Man wollte wissen, was da die nächsten Tage auf Hamburg zukommt.

Natürlich ist Scholz sofort und gerne gekommen, denn die Patriotische Gesellschaft ist eine respektierte Runde in Hamburg, deren Einladungen man annimmt: 1765 gegründet und mit Ansehen und Einfluss, Kaufleute, Reeder, Anwälte, Händler. Leute, die sich immer um ihre Stadt gekümmert haben, um Bücherhallen für alle oder das Armenwesen, Museen und Hochschulen. Dass es in Hamburg heute Blitzableiter gibt, soll auch ein Werk der Patriotischen Gesellschaft sein.

Große Gelassenheit vor dem Gipfel

Scholz, seit 2011 Bürgermeister, seit 2015 wiedergewählt, saß, umgeben von höflich Interessierten, vergnügt in einem Sesselchen, er hielt sein Mikrofon wie ein schweres Softeis in der Hand und beantwortete die Fragen der besorgten Patrioten in leichtem Plauderton. „Wie kann man nein sagen“, meinte er, als es darum ging, wie Angela Merkel ihn vor anderthalb Jahren gefragt hatte, ob Hamburg den Gipfel ausrichten könne.

Mit „großer Gelassenheit“ werde man das Treffen der Mächtigen schon wuppen, immerhin sei man Hamburg, Tor zur Welt, eine Millionenstadt. Hamburger wüssten sich bekanntlich auch zu benehmen. „Wir kriegen das schon hin“, sagte Scholz und fuhr in beruhigendem Ton fort, Hamburg habe ja auch eine „sehr gute Polizei“. Dann machte sich der Bürgermeister, ungewöhnlich, aber wohl Ausdruck gut gelaunter Selbstgewissheit, sogar öffentlich ein bisschen lustig über all die Demo-Anmelder, Leute aus der linksextremen Hamburger Szene. „Leute, wie vor 40 Jahren“, spottete Scholz, als er selbst noch als Junger Sozialdemokrat Demos anmeldete. „Nur heute keine Haare mehr.“

Einen Blitzableiter kann der 59-Jährige gerade selbst gut gebrauchen. Der Gipfel ist vorbei, die Mächtigen sind weg, die politische Ausbeute für die Welt ist eher Magerkost. Dafür sind ganze Straßenzüge Hamburgs von einer Horde linksautonomer Gewalttäter durch die Mangel gedreht worden, wie das die krawallgewohnte Stadt noch nicht erlebt hat. Es gingen schauderhafte Bilder von Gewaltorgien um die Welt. Hunderte Verletzte, die meisten von der Polizei, Wasserwerfereinsätze, fliegende Steine, Molotowcocktails, geplünderte Geschäfte, ausgebrannte...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung