G20: Gipfel sorgt in Afrika zunächst nur für Schulterzucken

dpa-AFX

KAMPALA (dpa-AFX) - Trotz einer Afrika-Initiative hat der G20-Gipfel in Hamburg auf dem Kontinent bislang kaum Beachtung gefunden. "Dieser Gipfel wird Uganda oder Afrika ganz allgemein nicht viel bringen", erklärte Ugandas stellvertretender Außenminister Henry Okello Oryem am Samstag. Die wichtigen Staaten der G20 sorgten sich mehr um ihre eigene Probleme und globale Konflikte wie Syrien, sagte er. In Südafrika, Äthiopien, Uganda und Nigeria spielte der G20-Gipfel am Freitag und Samstag in den Medien zunächst kaum eine Rolle.

Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt sich im Rahmen der G20-Präsidentschaft für eine Initiative ein, die zu mehr Investitionen in Afrika führen soll. Von den gut fünfzig Staaten Afrikas ist jedoch nur Südafrika Mitglied der G20. Viele Afrikaner kritisieren, dass das wirtschaftlich fortschrittliche Land mit rund 55 Millionen Einwohnern keineswegs für den ganzen Kontinent mit einer Bevölkerung von etwa 1,2 Milliarden Menschen sprechen könne.

Die US-Regierung hat auf dem Gipfel am Samstag angesichts der Hungerkrisen im Norden Nigerias, im Südsudan, in Äthiopien, in Somalia und im Jemen eine Spende von 639 Millionen US-Dollar (572 Millionen Euro) für das Welternährungsprogramm (WFP) und andere Organisationen bekanntgegeben, wie das WFP berichtete.