G20-Gipfel: Angela Merkel setzt auf subtile Botschaften

Kanzlerin Angela Merkel nutzt ihr diplomatisches Geschick für einen Gipfelerfolg.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist eine Meisterin darin, Erwartungen zu managen. Am Freitagmittag sitzt sie in einem Konferenzsaal auf dem Hamburger Messegelände und weiß, dass jedes ihrer Worte genau auf seinen Gehalt geprüft wird. Und zwar von den Vertretern im Saal, den Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20), sowie deren Mitarbeitern. Und von Millionen Menschen draußen vor den Bildschirmen.

Merkel eröffnet das G20-Treffen in der ihr typischen Art und Weise - unaufgeregt. Dabei muss sie das Kunststück vollbringen, einen Gipfel der Uneinigen zu einem Gipfel der Einigkeit zu erklären, ohne dass es allzu sehr auffällt und noch bevor das Treffen so richtig Fahrt aufgenommen hat.

Merkel sagt: „Wir wissen, dass die Zeit drängt, deshalb können Lösungen oft nur gefunden werden, wenn wir kompromissbereit sind und uns aufeinander zubewegen, ohne uns zu sehr zu verbiegen. Es ist so, dass wir Unterschiede durchaus benennen können.”

Wie wird sich Donald Trump verhalten?

Damit macht die Kanzlerin nichts falsch. Wenn am Samstagnachmittag der Gipfel zu Ende geht, wird sie entweder sagen können, dass sich alle aufeinander zubewegt und das Treffen so zu einem Erfolg gemacht hätten. Oder sie wird sagen, dass man nicht in allen Punkten zueinander gefunden habe, was aber durchaus vorkommen könne, wenn so viele Partner an einem Tisch versammelt sind.

Im Saal gibt es nur ein größeres Problem. Das ist ein hochgewachsener Mann mit merkwürdiger Frisur und schlechten Manieren.

Bei dem G20-Treffen geht es vor allem darum, wie sich US-Präsident Donald Trump verhält. Bei zwei großen Themen liegt der Amerikaner mit der Gastgeberin und dem Rest der Welt über Kreuz, und zwar bei Klimaschutz und Freihandel. Bewegt sich Trump hier und gestattet er halbwegs verbindliche Aussagen im Abschlussdokument des Gipfels, dann ist die Veranstaltung für Merkel ein Erfolg. Stellt Trump sich quer, steht es am Ende 19:1 gegen ihn, was Trump kaum beeindrucken dürfte, die Kanzlerin aber schönreden müsste.

Klimawandel ist großes Thema beim G20-Gipfel

Am Freitagnachmittag sagt Merkel, dass sich in der...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung