Zusammenfassung: Der Tag nach dem Chaos beim G20-Gipfel

Die Großdemonstrationen am Samstag begannen friedlich.

Zerstörte Straßen, geplünderte Geschäfte, zertrümmerte Ladenfassaden, verbrannte Gerüste, kaputte Flaschen, herausgerissene Verkehrsschilder, geschockte und verängstigte Anwohner, die auf die Dächer flüchteten. Das Bild am Morgen in der Schanze in Hamburg ist ein Bild des Schreckens. Gewaltbereite Linksextreme haben hier bis tief in die Nacht gewütet: Mit einer Aggression und einer Gewaltbereitschaft wie es das Viertel rund um das linke Kulturzentrum Rote Flora noch nicht erlebt hat.

Die blutige Straßenschlacht war das Ende des ersten offiziellen Gipfeltags, der den ganzen Tag über von Aggression, Wasserwerfern und Pfefferspray-Einsätzen überschattet wurde. Seit Beginn der Ausschreitungen sollen rund 200 Polizisten verletzt worden sein.

Auch viele friedliche Demonstrationen

Überschattet auch deswegen, weil es parallel und die Tage zuvor schon viele friedliche Demonstrationen gegeben hatte. „Lieber tanz ich - als G20“ zum Beispiel, von dem Teilnehmer berichteten, dass sogar die Polizei mittanzte. Oder das Kunstprojekt „1000-Gestalten“, bei dem sich grau-angemalte Zombies ihrer Verkrustung entledigten und bunte Farbe zum Vorschein kam. Diese friedlichen Teilnehmer mussten sich aber zunehmend vor dem linksautonomen, gewalttätigen schwarzen Block in Sicherheit bringen. Viele Teilnehmer zeigten sich entsetzt.

Und auch die beiden Großdemonstrationen am Samstag zeigten, dass es eben auch anders geht: Am Vormittag versammelten sich Tausende Menschen am Deichtorplatz. Viele hatten Plakate gebastelt, Fahnen, Luftballons flatterten durch die Luft. „Uno statt Nato“, „Grenzenloses Wachstum mit begrenzten Ressourcen?“, „Spart endlich an der Rüstung“ oder schlichtweg „Für Frieden“ stand auf den Plakaten. Rund 20.000 Teilnehmer zogen gegen Mittag Richtung Fischmarkt.

Rede von Auschwitz-Überlebender

Einen Gänsehaut-Moment gab es beim Redebeitrag der 92-jährigen Auschwitzüberlebenden Esther Bejarano. „Ich kann nicht anders, ich muss laut aufschreien“, sagte die Deutsch-Jüdin vor Tausenden Menschen. „Ich trauere um die Opfer durch Terror, Ausländerhass, Faschismus und Antisemitismus. Ich trauere um die Opfer durch den NSU und die...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung