G20/Bundesentwicklungsminister: 'Haben Afrika arm gemacht' - und müssen helfen

dpa-AFX

BERLIN/HAMBURG (dpa-AFX) - Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat vom G20-Gipfel in Hamburg Signale für einen fairen Handel mit Afrika verlangt. "Wir, die reichen Länder, haben Afrika arm gemacht. Das kann der Kreis der G20 ändern", sagte der CSU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag). Ein "Marshall-Plan für Afrika" sei der Schlüssel zum Erfolg. In Afrika kämen pro Jahr 20 Millionen junge Menschen zusätzlich auf den Arbeitsmarkt, sagte Müller. "Finden sie die Jobs nicht zuhause, machen sie sich auf den Weg."

Auch bei "handelsverzerrenden Agrarsubventionen" bestehe trotz erster Erfolge weiterhin Handlungsbedarf, mahnte der Minister. "Würde es nicht viel mehr Sinn machen, unsere Märkte zu öffnen für Südfrüchte und Oliven aus Tunesien und die Tunesier hier Geld verdienen zu lassen, als unsere Steuergelder dorthin zu tragen?" Deshalb solle der G20-Gipfel mit dafür sorgen, dass künftig die Agrar- und Handelspolitik "im Einklang mit der Entwicklungspolitik stehe", sagte Müller.