G20/Appell an Erdogan: Türkei sollte sich an Pariser Klimaabkommen halten

dpa-AFX

HAMBURG (dpa-AFX) - Die Entwicklungsorganisation Oxfam hat den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aufgefordert, sich auch in Zukunft an das Pariser Klimaschutzabkommens zu halten. Die historische Vereinbarung "ist eine Überlebensgarantie für Millionen Menschen, denen wegen des Klimawandels jetzt schon das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht", sagte Klimaexperte Jan Kolwzig am Sonntag der Deutsche Presse-Agentur. Engagierter Klimaschutz bringe Innovation, Jobs und eine Verringerung der Umweltverschmutzung.

Nach dem G20-Gipfel in Hamburg hatte Erdogan am Vorabend überraschend die Umsetzung des Klimaabkommens durch sein Land infrage gestellt. Er beklagte, dass die Türkei nicht wie versprochen als Entwicklungsland eingestuft werde. Als Industrieland müsste es in den Klimafonds einzahlen, aus dem ihm als Entwicklungsland Gelder winken würden. Erdogan sagte, solange das nicht geschehe, werde das türkische Parlament den Vertrag nicht ratifizieren.

Nach der Abkehr von US-Präsident Donald Trump vom Klimaabkommen wäre die Türkei das zweite Land, das sich nicht an das Pariser Abkommen halten will. Es zielt auf eine Begrenzung der Erderwärmung bei deutlich unter zwei Grad. Allerdings hatte sich die Türkei noch in der G20-Abschlusserklärung nachdrücklich zum Abkommen und dessen zügiger Umsetzung bekannt.

Kowalzig sagte, der Klimavertrag sei über Jahre mühsam ausgehandelt worden und berücksichtige die Vorstellungen aller Länder - auch die der Türkei. "Präsident Erdogan sollte seine Entscheidung überdenken und den Ratifizierungsprozess des Abkommens fortsetzen."