Günther Steiner knackt Netflix-Rekord: Neunmal "Fuck" in 30 Sekunden!

Christian Nimmervoll

Seit gut einer Woche läuft auf Netflix die zweite Staffel der Formel-1-Doku "Drive to Survive", und wie schon in der ersten Staffel ist Günther Steiner auch diesmal wieder einer der am lebendigsten dargestellten Akteure der Serie. Im Folge 2 ("Am Siedepunkt") stellt der Chef des Haas-Teams einen ungewöhnlichen Rekord auf: neunmal "Fuck" in 30 Sekunden!

Die Folge beschäftigt sich am Ende mit dem Rennen in Silverstone 2019, bei dem sich Romain Grosjean und Kevin Magnussen gleich in der ersten Runde gegenseitig ins Auto gefahren sind. Netflix zeigt in "Drive to Survive" bisher unveröffentlichte Aufnahmen und Audio-Mitschnitte aus dem Backstage-Bereich des Haas-Teams.

Das geht los mit einem Mechaniker, der die beiden Fahrer als "verdammte Idioten" bezeichnet (fucking = verdammt), weiter über Grosjean, der am Boxenfunk "verdammte Scheiße" flucht, und Magnussen, der in der Box tobt ("Ich muss mich beruhigen, sonst stelle ich noch irgendeinen Blödsinn an") - bis hin zu Teamchef Steiner, der fordert: "Beendet dieses verdammte Trauerspiel."

Anschließend ruft Steiner die Fahrer zum Rapport. Im Glaspalast des Haas-Teams hat der Südtiroler in der oberen Etage sein Büro. Dort lässt er seinem Ärger hinter verschlossenen Türen freien Lauf - und stellt einen neuen Netflix-Rekord auf: "Ich habe die Nase verdammt nochmal voll von euch beiden! Ihr habt das verdammte Team hängen lassen."

"Ihr habt mich hängen lassen, obwohl ich euch die ganze Zeit in Schutz genommen habe. Ich lasse mich verdammt nochmal nicht auf Diskussionen ein, wer Schuld hat und wer nicht." Denn "dieses verdammte Gejammere" gehe ihm auf die Nerven. Zur Erinnerung: Bereits kurz davor, in Barcelona, hatte es zwischen Grosjean und Magnussen gekracht.

Besonders groß war Steiners Ärger insofern, als Teameigentümer Gene Haas zu jenem Zeitpunkt offenbar darüber nachdachte, sein Formel-1-Projekt zu beenden: "Gene investiert hunderte verdammte Millionen aus seinem eigenen verdammten Geld. Jetzt will er den verdammten Stecker ziehen und alle im Stich lassen, weil ihr zwei verdammte Idioten seid!"

"Ich habe euch verdammt nochmal nicht mehr zu sagen. Wenn euch das nicht gefällt, brauche ich euch nicht mehr hier. Bitte kommt nicht zurück", tobt Steiner - und schickt die beiden Streithähne lautstark aus seinem Büro.

Doch das geht nicht ohne Kollateralschaden. In der Doku kann man hören, wie Magnussen beim Weggehen die Tür zuschmeißt. Und das lässt Steiner im Eifer des Gefechts nicht einfach auf sich sitzen: "Das macht er verdammt nochmal nicht mit mir! Er schmeißt nicht meine verdammte Bürotür zu. [...] Er soll sich verdammt nochmal verpissen! Beide."

Wenig später sieht man Steiner, wie er im Paddock am ehemaligen Teamchef-Stellvertreter von Force India, Robert Fernley, vorbeimarschiert. Dabei grummelt er: "Wir haben zwei verdammte Idioten im Team. Das ist nicht akzeptabel. Wir werden Änderungen durchführen. Wenn es meine Entscheidung wäre, würde ich sie beide feuern."

Doch es blieb bei leeren Worten. Als er wenig später die Medien zusammentrommelte, um seine Sicht der Dinge zum Besten zu geben, klang Steiner diplomatisch: "Wir sind ein Team. Jeder hat für das Team zu arbeiten - und nicht für sich selbst. Wir müssen uns jetzt alle erst einmal abregen. Ich muss runterkommen, und dann kommen wir zu einer Lösung."

Er brauche erst einen "klaren Kopf", danach werde er eine Entscheidung treffen, "wie wir das aussortieren. Denn das ist nicht akzeptabel." Wie die Aussprache nach Silverstone verlaufen ist, bei der die Gemüter wieder beruhigt werden konnten, das ist in "Drive to Survive" übrigens nicht zu sehen. Leider ...

Mit Bildmaterial von LAT.