Günther Steiner: 23 Rennen ja, aber nur mit einigen Zweitagesevents

Stefan Ehlen
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"Es wird hart und wir werden uns gut organisieren müssen." So viel steht fest für Haas-Teamchef Günther Steiner. Er spricht über die Formel-1-Saison 2021 mit insgesamt 23 Rennen, den größten Formel-1-WM-Kalender bisher. Und er meint: Dieses Programm sei grundsätzlich "machbar", doch ein "Aber" hat Steiner auch.

"Hoffentlich können wir uns darauf verständigen, dass einige Grands Prix nur samstags und sonntags ausgetragen werden, mit einem kürzeren Wochenende. Solche Dinge würden enorm helfen, vor allem in der zweiten Saisonhälfte", meint Steiner.

"Die erste Hälfte schreckt mich nicht, die zweite Hälfte mit gleich zwei Triple-Headern aber schon ein bisschen." Gleich zweimal jeweils drei Rennen in Folge auszutragen, das sei "überhaupt nicht ideal, aber notwendig", wenn die hohe Anzahl von Grands Prix erreicht werden und im Sommer eine längere Pause möglich sein soll. "Dann muss man mit dem Nebeneffekt der Triple-Header leben", sagt Steiner.

Braucht es wirklich 23 Formel-1-Rennen?

Ob er überhaupt einverstanden ist mit den vielen Rennen? Der Formel-1-Teamchef verweist auf einen "Sättigungsfaktor", den es "überall" gäbe. "Ich weiß aber nicht, wo der bei den Leuten liegt, und wie viel sie konsumieren wollen. Das muss der Promoter herausfinden."

"Es scheint, es sei besser, mehr Rennen zu haben. Und offenbar ist man davon überzeugt, noch keine Übersättigung bei den Zuschauern erreicht zu haben. Schauen wir also mal, wie das im nächsten Jahr läuft."

Er selbst müsse sich auf sein Team konzentrieren und darauf, die Mitarbeiter in der WM-Rekordsaison 2021 nicht auszulaugen. An eine komplette Personalrotation, wie sie zum Beispiel Williams in Erwägung zieht, denkt Steiner dabei aber nicht.

Steiner unschlüssig: Personalrotation ja oder nein?

"Wir haben eine Mechaniker-Crew. Vielleicht tauschen wir mal Einzelpersonen aus, wenn das möglich ist. Das ist aber nicht so einfach, weil man ja die Boxenstopps hat. Bringst du die Synergie zwischen den Jungs durcheinander, dann ist das immer schwierig zu managen. Das Risiko, dass was schiefgeht, wird größer", sagt Steiner.

"Das Idealszenario wäre also, immer die gleichen Leute zu haben, ihnen aber zwischen den Rennen etwas mehr Freizeit einzuräumen. Das wäre besser für das Team."

"Manche Teams lassen die Renncrew auch gar nicht ins Werk kommen, weil sie dort praktisch nicht gebraucht werden. Ich habe aber nicht alle Antworten", meint Steiner. "Die müssen wir erst finden."

Zumindest eine Frage sei inzwischen nicht mehr offen, nämlich die nach den Wintertests 2021. Sie sei teilweise beantwortet worden, weil man mit insgesamt drei Testtagen vor Saisonbeginn plane. Steiner bestätigt das und sagt: "Wir wissen nur noch nicht, wann und wo."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.