Günther fordert schnelle Regelung für Hotelöffnungen mit Impfnachweisen und Tests

Business Insider Deutschland
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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU)
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU)

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) fordert eine schnelle Regelung für Hotelöffnungen in Deutschland. Beherbergungsbetriebe seien keine Treiber der Corona-Pandemie, sagte Günther dem "Tagesspiegel". "Und je schneller wir dann auch Öffnungsschritte machen können, desto besser."

Mit Blick auf die vom Bund geplante Verordnung zu mehr Freiheiten für Geimpfte sagte Günther, dass Familien künftig mit einer Mischung aus Impfnachweis der Eltern und Testnachweis älterer Kinder zum Beispiel Urlaub in Hotels an der Nordsee machen könnten. "Diejenigen, die noch nicht geimpft sind, müssen dann einen Test machen. Der Schutz der Anderen wird durch unterschiedliche Instrumente erreicht."

An diesem Samstag ist auf Sylt ein Modellprojekt gestartet.
An diesem Samstag ist auf Sylt ein Modellprojekt gestartet.

Modellprojekt für Öffnungen im Tourismus startet auf Sylt

Schleswig-Holstein hat die niedrigsten Infektionszahlen in Deutschland. Die 7-Tage-Inzidenz liegt dort derzeit bei 61,5. In manchen Landkreisen liegt der Wert sogar deutlich unter 50 Fällen pro 100.000 Einwohner. In der Schlei und Eckernförde finden Modellprojekte statt, in denen Ferienwohnungen, Hotels und Campingplätze für den Tourismus geöffnet sind. "Unter den über 10 000 Tests in beiden Regionen hatten wir zwei Hände voll Positive. Die Mehrheit davon waren Einheimische und nicht Touristen", sagte Günther dem "Tagesspiegel". An diesem Samstag kommt Nordfriesland samt der Urlaubsinsel Sylt hinzu. "Auch dort werden viele Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen mit Testung", so Günther.

Der Ministerpräsident kritisierte, dass durch die einheitliche Notbremse auch Helgoland von einer Ausgangssperre betroffen sei, obwohl es dort keine Neuinfektionen gibt. Die Insel gehört zum Landkreis Pinneberg, dessen Inzidenz den Grenzwert von 100 übersteigt. "Dann hat man zwar noch einheitlichere Regeln. Aber diese ganze Sorge vor einem Flickenteppich übersieht, dass in Wahrheit angepasstes Handeln vor Ort in dieser Pandemie der Schlüssel des Erfolgs gewesen ist", beklagt der CDU-Politiker.

Bei den Schulen hingegen greife sein Land härter durch und schickt die Schüler schon bei einer Inzidenz von über 100 in den Distanzunterricht statt des bundesweiten Wertes von 165. "Wenn die Zahlen erst einmal weit oben sind, kriegt man die nur noch schwer wieder runter. Gesundheitsschutz gilt auch für Kinder und Jugendliche", begründet Günther die Regelung.

cm/dpa