Gündogan: Daran hapert es in der Bundesliga

Ilkay Gündogan gewann mit Manchester City äußerst souverän die englische Meisterschaft

FC Bayern - und dann lange nichts. Nicht wenige sorgen sich um die Qualität der Bundesliga. Zuletzt hatte Thomas Müller Alarm geschlagen.

Unterstützung erhält der Münchner Offensivspieler von einem seiner Kollegen aus der deutschen Nationalmannschaft. Ilkay Gündogan sieht Verbesserungspotenzial bei den Bundesligaklubs.

"Was ich ein bisschen vermisse – aber da bin ich mit dem Trainer Pep Guardiola vielleicht auch verwöhnt –, ist, dass Mannschaften im Spiel Lösungen finden", sagte der Profi des englischen Meisters Manchester City der Süddeutschen Zeitung.

Gündogan erklärte seine Feststellung wie folgt: "Wie gestalte ich meinen Spielaufbau? Wie löse ich Überzahlsituationen clever auf? In vielen Spielen, die ich mir in den vergangenen Monaten angeschaut habe, haben Mannschaften aus der Viererkette heraus kurz, kurz gespielt, aber nicht zwingend mit dem Gedanken, eine spielerische Lösung zu finden, eher nach dem Motto: Wir gucken mal. Sobald man ein bisschen unter Druck geriet, wurde der Ball lang nach vorne geschlagen. Das ist mir zu gleich."

Gündogan sieht Trainer in der Pflicht

Das Problem liege dabei aber nicht an den Spielern. Der Deutsch-Türke sieht eher die Trainer in der Pflicht. "Spieler versuchen immer das umzusetzen, was die Trainer ihnen vorgeben. Ein Trainer muss eine Idee entwickeln. Die Trainerausbildung in Deutschland ist eigentlich sehr gut, aber ich verstehe nicht, warum viele Trainer nicht den Mut haben, eine Idee durchzusetzen. Sie verlieren den Glauben daran, wenn sie zwei, drei Mal verloren haben", erläuterte Gündogan.


Vielen Teams fehle - wie es unter Guardiola bei ManCity vorhanden ist - für fast alle Systeme eine klare Spielidee. "Die haben viele Mannschaften nicht, sowohl in England als auch in der Bundesliga", relativierte Gündogan jedoch abschließend.