Göring-Eckardt fordert respektvollen Umgang bei Sondierungsgesprächen ein

Katrin Göring-Eckardt

Vor dem Start der Sondierungen für eine mögliche Jamaika-Koalition hat Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt Union und FDP zu respektvollen Gesprächen aufgerufen. Dies sei "Grundvoraussetzung", sagte sie am Mittwoch im "Morgenmagazin" der ARD. "Ich finde, dass ist die Aufgabe, dass man ernsthaft und seriös miteinander redet."

Es handle sich um Gespräche über eine "mögliche Koalition" mit drei Partnern, die "sehr weiter auseinander sind und deshalb wird es auch schwierig werden", ergänzte Göring-Eckardt. Es müsse darin respektiert werden, "dass die anderen es anders sehen, manchmal sogar kulturell ganz anders aufgestellt sind".

Auf Ideologievorwürfe beim Auftauchen von Meinungsdifferenzen sollte verzichtet werden, betonte die Vorsitzende der Fraktion der Grünen im Bundestag. Das sei "nicht sonderlich hilfreich".

Etwas mehr als drei Wochen nach der Bundestagswahl beginnen Union, FDP und Grüne am Mittwoch die Sondierungsgespräche zur Bildung einer Jamaika-Koalition. CDU und CSU kommen in Berlin in getrennten Gesprächen zunächst am Mittag mit der FDP und am Nachmittag mit den Grünen zusammen. Wegen der zum Teil großen inhaltlichen Differenzen gilt die Bildung des Bündnisses als schwierig.

Eine Jamaika-Koalition ist wegen der Mehrheitsverhältnisse im neuen Bundestag aber momentan die einzige mögliche Option zur Regierungsbildung. Grund ist, dass die SPD die Fortsetzung der großen Koalition ausschließt und in die Opposition gehen will.

Mit Blick auf die größten Knackpunkte bei den Sondierungen verwies Göring-Eckardt auf die Flüchtlings- und Agrarpolitik. Bei der Flüchtlingspolitik werde es "sehr schwierig", betonte sie. Das Thema Familiennachzug sei für die Grünen "so wichtig".

Insgesamt könne man "es auch nicht so machen nach dem Motto: Die Grünen kriegen ein bisschen was bei der Energie und dafür dürfen die anderen alles andere machen", ergänzte die Fraktionschefin. Es gehe um mehr. Das Land sei gespalten. Es sei "Aufgabe dieser Koalition, diese Spaltung zu überwinden".