Fußball: Italien in Tränen und Scherben

Giorgio Chiellini (l.) und Gianluigi Buffon haben verloren und können nach dem WM-Aus ihre Tränen nicht zurückhalten

Der große Torwart Gianluigi Buffon tröstete noch tapfer seine Mitspieler auf dem Rasen und gratulierte dem Gegner. Dann brach auch er, der Volksheld, der Weltmeister von 2006, in Tränen aus. Seine Karriere in der italienischen Nationalmannschaft: plötzlich beendet. Ganz Italien: im Schockzustand.

39 Jahre ist er jetzt alt, hat 175 Länderspiele bestritten und wollte in Russland 2018 seine sechste WM spielen. Er sagte mal: "Ich will, dass die Leute weinen, wenn ich aufhöre." Die Italiener weinen nun tatsächlich. Und sie sind fassungslos. "Buffons Tränen und die unwirkliche Stille im Stadion wirken wie ein Grabstein, auf dem ein Urteil ohne Rückkehrmöglichkeit steht: Adieu Russland", schrieb die "Gazzetta dello Sport". "Italien erlebt gerade eine der dunkelsten Phasen unserer Sportgeschichte."

So wie Deutschland Anfang der 2000er-Jahre

Auch am Tag danach war nicht zu begreifen, was am Montag im Giuseppe-Meazza-Stadion passiert war. Das 0:0 gegen Schweden im Rückspiel des WM-Play-off, ein Sommer ohne Fußball. Die Wahrheit ist: Italien konnte das 0:1 aus dem Hinspiel nicht wettmachen und fehlt erstmals seit 1958 bei einem WM-Turnier. Deutschland nahm an diesem Untergang teil. "Ein Desaster", sagte Bundestrainer Joachim Löw. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Blamage war nur eine Frage der Zeit. "Italien steht da, wo wir Deutschen Anfang der 2000er waren", hatte der ehemalige Italien-Legionär Jürgen Kohler dieser Zeitung gesagt. "Die jungen, talentierten Italiener spielen keine Rolle....

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